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Eskaliert der Konflikt an der syrisch-türkischen Grenze?

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Eskaliert der Konflikt an der syrisch-türkischen Grenze?

Eskaliert der Konflikt an der syrisch-türkischen Grenze?
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REUTERS/Osman Orsal
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Der konflikt an der syrisch-türkischen Grenze eskaliert: Offenbar als Antwort auf den Beginn der türkischen Militäroffensive im Nordwesten Syriens sind mehrere Raketen aus syrischen Grenzregionen in die Türkei abgefeuert worden. In der Stadt Reyhanli, westlich von Syrien, wurde mindestens eine Person getötet und 32 verletzt. Bereits in der Nacht waren durch drei Raketenangriffe mehrere Gebäude im Zentrum der südöstlich gelegenen türkischen Stadt Kilis getroffen worden.

Die groß angelegte "Operation Olivenzweig" des türkischen Militärs zielt darauf ab, gegen die mit den USA verbündeten kurdischen Einheiten YPG im Nordwesten Syriens vorzugehen. Deren Stellungen wurden von türkische Kampfflugzeugen bombardiert. Insgesamt seien mehr als 100 Ziele aus der Luft angegriffen worden.

Am Sonntag Morgen waren türkische Bodentruppen in Nordsyrien einmarschiert. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hatte den Einsatz damit begründet, eine Deeskalationszone zu schaffen zu wollen. Die Straße zwischen Kilis und der syrischen Stadt Asas ist auf syrischer Seite in der Hand protürkischer Rebellen und grenzt im Westen an Gebiete, die von Kurden kontrolliert werden.

Die türkischen Bodentruppen werden von der Freien Syrischen Armee (FSA) unterstützt. Diese hatten sich nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte heftige Kämpfe mit der von Kurden geführten Allianz der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) unweit der türkischen Grenze geliefert.

Die Kämpfer hätten versucht, von Asas aus nach Afrin vorzurücken, zunächst hätten die Kurden sie aber davon abgehalten.

Für die Türkei gilt die YPG als syrischer Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Sie wird in der Türkei bekämpft. Die USA hatten die YPG im Kampf gegen die IS-Miliz mit Waffen ausgerüstet. Das ist der Türkei ein Dorn im Auge - Ankara fühlt sich von einer starken kurdischen Präsenz an der türkischen Grenze bedroht.