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Kerneuropa nach SPD-Beschluss erleichtert

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Kerneuropa nach SPD-Beschluss erleichtert

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Nach dem Ja der deutschen Sozialdemokraten zu Gesprächen über eine Koalitionsbildung mit den Christdemokraten ist Europa erleichtert.

Zumindest darüber, dass sich eine stabile Regierung mit breiter parlamentarischer Mehrheit abzeichnet.

Ein Kenner der deutschen Szene in Brüssel ist Mario Telò vom Institut für Europäische Studien an der Freien Universität.

Für ihn ist das Votum des SPD-Parteitages ein grünes Licht für den Ausbau Europas und der deutsch-französischen Achse.

Es werde denen Aufwind geben, die sich zum harten Kern Europas zählen und die ein Europa unterschiedlicher Geschwindigkeiten favorisieren.

Dies sei wichtig, denn Martin Schulz stehe Emmanuel Macron sehr viel näher als es Merkel tue.

Eine Regierung mit Schulz werde die Zusammenarbeit mit Paris erleichtern, so Telò.

Doch Schulz setzt für diese Koalition, die er anfangs nicht wollte, sein gesamtes politisches Kapital aufs Spiel.

Vielleicht sollte er sich abgucken, was Willy Brandt in den 60er Jahren gelang, nämlich Vorteile (und spätere Wahlsiege) aus der Großen Koalition zu ziehen, meint Telò.

Schulz müsse verhindern, dass - wie in der Vergangenheit - allein Merkel für die Erfolge dieser Regierung belohnt werde und die SPD kaum.

Denn dies sei es, was die Mitglieder der SPD so sehr an einer Wiederauflage der Großen Koalition zweifeln lasse.

Die SPD-Mitglieder werden auf jeden Fall das letzte Wort haben, denn sie müssen in einigen Wochen den Koalitionsvertrag absegnen.