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USA: Polnischem Arzt droht Abschiebung trotz "Green Card"

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USA: Polnischem Arzt droht Abschiebung trotz "Green Card"

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Lukasz Niec, ein polnischer Arzt, lebt seit 40 Jahren mit unbeschränkter Aufenthaltsberechtigung in den USA. Nun soll er ausgewiesen werden. 1979 hätten ihre Eltern, ebenfalls beide Ärzte, Polen verlassen, mit zwei Koffern und zwei kleinen Kindern, berichtet die Schwester des Betroffenen. "Sie wollten ein besseres Leben."

Am Dienstag klopften Beamte von der Einwanderungsbehörde an die Tür von Lukasz Niec in Michigan und nahmen ihn fest, in Handschellen, vor den Augen seiner Töchter.

Der Grund: Als 17-Jähriger wurde er wegen zwei minderer Delikte verurteilt. "Das waren kleine Vergehen, Jugendsünden, aus denen man lernt", meint Iwona Niec-Villaire. "Er kann nicht nach Polen zurück, das Land ist ihm völlig fremd. Er hat keine Verwandten dort. Unsere Eltern sind in den USA verstorben. Wir kennen dort niemanden. Er wüsste nicht einmal, wohin er sollte."

Eine Anhörung gab es noch nicht, die Behörden halten sich bedeckt. Dafür haben Kollegen einen Brief geschrieben, in dem sie darum bitten, dass dem Mann im Interesse des Gemeinwohls erlaubt werden sollte, so schnell wie möglich zu seiner Arbeit und seiner Familie zurückzukehren.

Die Festnahme des Arztes ist bei weitem kein Einzelfall, sondern eine Folge der verschärften Haltung der Trump-Regierung in der Einwanderungspolitik. 

Der US-Präsident hatte im vergangenen Herbst entschieden, das von seinem Vorgänger Barack Obama ins Leben gerufene Schutzprogramm DACA zu beenden. 

Dieses gewährt gut 800.000 illegalen Einwanderern, die bereits als Minderjährige in die USA kamen, sogenannte "Dreamer", einen besonderen Schutz vor Abschiebung. Ein Thema, das das Land stark polarisiert.

Gerade erst konnte der "Shutdown", der Stillstand der US-Regierung beendet werden: Die Demokraten nahmen ihren Widerstand zurück, im Gegenzug für Verhandlungen über ein neues Einwanderungspaket. 

Das Problem ist vertagt aber noch längst nicht geregelt.