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Davos 2018 - Merkel und Macron auf dem Weltwirtschaftsforum

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Davos 2018 - Merkel und Macron auf dem Weltwirtschaftsforum

Davos 2018 - Merkel und Macron auf dem Weltwirtschaftsforum
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Der Mittwoch begann in Davos mit einem Grußwort des brasilianischen Präsidenten Michel Temer.
Er sagte, nach Jahren der Krise und Rezession erholt sich die größte Wirtschaft Lateinamerikas und das würde auch durch Wahlen nicht gefährdet. Entsprechend des diesjährigen Mottos in Davos „Eine gemeinsame Zukunft für eine geteilte Welt“ warnte Temer gemeinsam mit anderen Staatenlenkern vor Protektionismus.

Kommentare gegen Protektionismus und für den freien Handel sind auf Donald Trump gemünzt, der hier am Freitag sprechen wird. Zwei Tage vor seinem Auftritt haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident vor dem Weltwirtschaftsforum gesprochen. Angela Merkel war regelmäßig zu Gast bei den jährlichen Treffen in Davos, aber dieses Jahr wurde sie zu Hause aufgehalten. Seit den Wahlen im September hat sie versucht, in Europas größter Wirtschaft eine Regierung zu bilden. Das scheint jetzt zu laufen, und so ist Merkel jetzt auf die Weltbühne zurückgekehrt, um dem Protektionismus eine Absage zu erteilen.

ANGELAMERKEL.

„Wir glauben, das Abschottung uns nicht weiterbringt. Wir glauben, dass wir kooperieren müssen, dass Protektionismus nicht die richtige Antwort ist. Und wir glauben, wenn wir gemeinsam der Überzeugung sind, dass die Dinge nicht fair gemacht zugingen und die Mechanismen nicht reziprok sind, dann müssen wir nach multilateralen Lösungen suchen und nicht unilaterale, die nur zu Isolationismus und Protektionismus führen. Deshalb ist es wichtig, dass Deutschland schnell wieder eine Regierung bildet, und ich hoffe, wir werden das bald erreichen.“

Nach Angela Merkel hat Emmanuel Macron gesprochen, das erste Mal seit seiner Wahl letzten Mai. Er ist definitiv einer der Stars hier in Davos mit seinen wirtschaftsfreundlichen Ansätzen. Vor seiner Reise nach Davos hat er in Paris noch 140 internationale Wirtschaftslenker zu einem Essen geladen – warmlaufen für das Weltwirtschaftsforum. Macron hat sich für schnelle wirtschaftliche und politische Reformen ausgesprochen – in Frankreich und Europa.

EMMANUELMACRON, französischer Präsident:

„Migration, Digitalisierung, Energie, Verteidigung, Finanzen, Investitionen… der Kern dessen, was Ihre Souveränität ausmacht in diesem Augenblick, darauf müssen wir unsere gemeinsame Politik aufbauen. Ich bin nicht naiv, wir 27 Staaten werden niemals so etwas Ambitioniertes schaffen. Wir müssen unsere Vorgehensweise ändern, wir können nicht auf jeden warten, der am Tisch sitzt, damit es weitergeht. Ganz einfach, sollten manche bereit sein, weiter zu gehen bei der Integration, weiter an der eigenen Souveränität zu arbeiten, als Kraft in dieser globalisierten Welt, um die eigenen Werte und Interessen zu verteidigen, dann lasst uns das tun!“

Seit sich Donald Trump den Rückzug der USA von den Pariser Klimavereinbarungen entschieden hat, versucht sich der französische Präsident mit seinem Motto „Lasst uns den Planteten wieder groß machen“ an die Spitze der Bewegung gegen den Klimawandel zu setzen.

EMMANUELMACRON, französischer Präsident:

“Wenn man in Davos nach draußen schaut, besonders, wenn man gerade ankommt, dann ist es schwer vorstellbar, dass es so etwas wie den Klimawandel gibt. Offensichtlich – und glücklicherweise haben sie dieses Jahr keine Klimawandelskeptiker eingeladen. Wir haben uns dafür entschieden, Frankreich zum Vorreiter beim Kampf gegen den Klimawandel zu machen, und für mich ist das ein großer, ein attraktiver Wettbewerbsvorteil. Wir sollten aufhören einen Widerspruch zu sehen in der Produktivität einerseits und die Fragen des Klimawandels auf einer anderen Seite .“

JENNIFERMORGAN, Greenpeace International

“Wir haben keine weiteren fünf Jahre, wir müssen die weltweiten Emissionen reduzieren, und dass in den nächsten Jahren. Es wäre schön von ihm zu hören, dass er die französische Wirtschaft zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umstellen wird und sich von Atomenergie verabschiedet. Dann sollte er mit Deutschland daran arbeiten, das dort die Kohleverstromung eingestellt wird. Es muss mehr geschehen als schöne Worte der Politiker.”