Eilmeldung

Eilmeldung

Paul Bocuse - Jahrhundertkoch in Lyon beerdigt

Sie lesen gerade:

Paul Bocuse - Jahrhundertkoch in Lyon beerdigt

Paul Bocuse - Jahrhundertkoch in Lyon beerdigt
Schriftgrösse Aa Aa

Frankreich trägt Trauer, eine Legende wird beerdigt: Monsieur Paul, Paul Bocuse. In der Kathedrale St. Jean zu Lyon nahmen neben der Familie und den Lyonais, den Bürger seiner Heimatstadt hunderte Vertreter seiner Zunft Abschied, sogar aus Japan und den USA waren Vertreter angereist.

Marc Haeberlin, selbst mit drei Michelin – Sternen ausgezeichneter Koch mit seiner L'Auberge de l'Ill und Kècjhenchef seit 1967 hielt die Trauerrede:

„Monsieur Paul, die Welt des Kochens ist jetzt Waise. Ich fühle mich ein wenig, als hätte ich einen Vater verloren. Wir haben unseren Meister, unseren Mentor, unsere Führung verloren. Auf Wiedersehen, Monsieur Paul. Die Küche schuldet dir alles. Sei willkommen an der himmlischen Tafel. Und wie du immer gesagt hast: Guten Appetit und großen Durst! Adieu, Monsieur Paul!"

Bocuse war der Erneuerer der französischen Küche, der Erfinder der „Nouvelle Ciusine“. Der Verband der Spitzenköche hatte eine nationale Trauerfeier mit Präsident Emmanuel Macron gefordert. Sein Sohn allerdings lehnte ab: Sein Vater habe keine Huldigung, keine Zeremonie, keine Blumen und keinen Kranz gewollt.

An der Trauerfeier nahmen neben Bocuses Sohn und seiner Tochter Françoise Bocuse-Bernachon auch die Frauen des Spitzenkochs teil. Bocuse war Geschäftsmann, Genussmensch und Franzose durch und durch: Der "Jahrhundertkoch" lebte offen polygam - neben seiner Ehefrau Raymonde hatte er zwei weitere Frauen. Er sagte einmal: "Heutzutage leben wir zu lange, um ein ganzes Leben mit einer Einzigen zu verbringen."

Mehr als 50 Jahre hielt Bocuse drei Michelin-Sterne, ein Rekord. Nicht nur deshalb wurde er auch der "Papst der Köche" der genannt.