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Gedenken an verschollenes U-Boot: Crew stellt sich als 44 aufs Eis

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Gedenken an verschollenes U-Boot: Crew stellt sich als 44 aufs Eis

Gedenken an verschollenes U-Boot: Crew stellt sich als 44 aufs Eis
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Esteban Maringolo, Buenos Aires, Argentina (Rompehielos "Almirante Irizar"), CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
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Die Crew eines argentinischen Eisbrechers in der Antarktis hat dem verschollenen U-Boot "ARA San Juan" Tribut gezollt. Das U-Boot war am 15. November bei einer Routinefahrt im Südatlantik verschwunden.

Die Männer der "ARA Almirante Irizar" verließen ihr Schiff und bildeten die Zahl 44 auf dem Eis, um so an die 44 Besatzungsmitglieder zu erinnern, die auf See ums Leben kamen.

Bei der letzten Funkverbindung mit der "ARA San Juan" hatte der Kapitän gemeldet, dass Wasser über das Lüftungssystem in einen Batterietank eingedrungen sei und einen Schwelbrand verursacht habe. Diesen hatte man angeblich unter Kontrolle gebracht, hieß es weiter. Kurz darauf hatten Meeressonden eine Explosion auf der mutmaßlichen Position des Bootes verzeichnet.

In Zusammenhang mit dem Vorfall war das argentinische Militär in die Kritik geraten. Im Dezember, einen Monat nachdem der Kontakt zur "San Juan" abgebrochen war, wurde der Chef der Marine, Marcelo Srur, entlassen.

Später wurde Anzeige gegen drei ehemalige Verteidigungsminister erstattet. Ihnen wird Korruption vorgeworfen. Sie sollen Aufträge für die Generalüberholung des U-Bootes ohne Ausschreibung an zwei deutsche Firmen vergeben haben.

Diese waren für die Generalüberholung des 1983 in Deutschland gebauten U-Boots verantwortlich gewesen. Die Firmen Ferrostaal und Hawker GmbH hatten Batteriezellen geliefert. Die Umbauarbeiten seien zudem nicht ausreichend dokumentiert worden.