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Zensur? Klage gegen Facebook wegen Kontosperre

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Zensur? Klage gegen Facebook wegen Kontosperre

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Eigentlich schockiert es schon seit gut 150 Jahren: Gustave Courbets Gemälde "Der Ursprung der Welt". Facebook ist der skandalumwitterte Akt wohl auch im 21. Jahrhundert zu gewagt. 

Das sagt der französische Lehrer Frédéric Durand-Baissas. Er hat das Unternehmen verklagt, weil es sein Nutzerkonto nach dessen Angaben "ohne Vorwarnung oder Begründung" gesperrt habe, nachdem er den Courbet auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte. Ein klarer Fall von Zensur, sagt er.

"Facebook muss verstehen, dass man in Frankreich Gemälde oder Skulpturen, die Nacktheit darstellen, nicht zensiert. Genau das kann für einen Franzosen schockierend sein. Courbet ist ja immerhin ein Künstler, der im Musée d'Orsay ausgestellt wird - für jedermann frei zugänglich."

Facebook hat jedoch am Donnerstag vor einem Pariser Gericht die Zensurvorwürfe zurückgewiesen. Das soziale Netzwerk habe "keinerlei Fehler" begangen und "keinerlei Schaden" verursacht. Es handle sich lediglich um "einfachen Vertragsstreit".

Durand habe nach der Sperrung seines Profils unter Nutzung eines anderen Pseudonyms ein zweites Facebook-Konto eröffnete und dort das Gemälde erneut veröffentlichte. Diese Seite sei nach wie vor aktiv. Das erste inaktive Konto lasse sich nicht entsperren, weil die Daten nur 90 Tage lang aufbewahrt würden. 

Das Gericht will seine Entscheidung am 15. März bekannt geben.