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Israel leitet Abschiebung ein: 40.000 Afrikaner betroffen

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Israel leitet Abschiebung ein: 40.000 Afrikaner betroffen

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In Israel hat die Einwanderungsbehörde am Sonntag damit begonnen, Ausweisungsbescheide für etwa 40.000 unverheiratete, kinderlose Männer aus Eritrea und dem Sudan auszugeben. Die Migranten werden laut Innenministerium dazu aufgefordert, Israel binnen zwei Monaten zu verlassen. Man werde sie in ein afrikanisches Land mit einer relativ stabilen Regierung schicken, heißt es auf dem Bescheid laut Medienberichten. Unbestätigen Angaben zufolge handelt es sich dabei um Ruanda oder Uganda. Für den Sudanesen Adam Ahmad ist das keine Option. "Es ist so traurig, dass Israelis Afrikaner, oder Asylbewerber, einfach zum Verkauf anbieten", sagt er. "Für mich bedeutet das jetzt Ruanda oder Uganda und das sind keine schönen Orte."

Wer bis Ende März freiwillig geht, soll laut Innenministerium umgerechnet 2800 Euro und ein Flugticket bekommen - andernfalls droht Gefängnis. Etwa 40.000 afrikanische Flüchtlinge leben laut Berichten in Israel. Sie kamen vermehrt aus Ägypten ins Land, nach dem es beim Vorgehen der Polizei in Kairo gegen sudanesische Migranten Tote gegeben hatte. 2012 ließ Israel einen Zaun an der ägyptischen Grenze aufstellen. 

Die Abschiebungspläne sind im Land heftig umstritten. Während es vor allem aus der in den Migrantenvierteln lebenden israelischen Bevölkerung auch Zuspruch für das Vorhaben gibt, veröffentlichten SchriftstellerInnen, Holocaust-Überlende und AkademikerInnen Protestbriefe. Pilotinnen und Piloten riefen dazu auf, die Deportationsflüge nicht durchzuführen.