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Syrische Islamisten schießen erstmals russisches Kampfflugzeug ab

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Syrische Islamisten schießen erstmals russisches Kampfflugzeug ab

Dieses Bild eines Augenzeugen zeigt angeblich das abgeschossene Flugzeug.
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REUTERS
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Syrische Rebellen haben erstmals seit Beginn des Syrien-Kriegs ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen. Diese Bilder zeigen angeblich den Vorfall.

Der Pilot hatte sich nach Angaben der russischen Regierung mit dem Schleudersitz retten können, sei aber dann im Kampf getötet worden. Die islamistischen Rebellen hatten zunächst behauptet, der Pilot sei gefangen genommen worden.

Abgeschossen wurde das Flugzeug nach Militärangaben mit einer tragbaren Flugabwehrrakete. Von diesen Waffen waren bisher nur wenige bei den Rebellen gesichtet worden. Der Sicherheitspolitiker Franz Klinzewitsch vom russischen Föderationsrat unterstellte den USA, sie hätten Rebellen über Drittländer mit den Flugabwehrraketen beliefert. Ein Sprecher des US-Außenministeriums dementierte das. Die USA hätten niemals sogenannte MANPAD-Raketen an irgendeine Gruppe in Syrien übergeben.

Kurz nach dem Abschuss des Fliegers startete Russland einen Vergeltungsangriff. Mit Raketen beschossen die Russen das Absturzgebiet ihres Flugzeugs und töteten dabei nach eigenen Angaben 30 Rebellen.

Russland kämpft an der Seite der syrischen Regierung gegen die Rebellen. Unterstützt werden die Aufständischen dagegen von der Türkei. Russland und die Türkei haben nach Angaben des russischen Militärs vereinbart, gemeinsam die Leiche des Piloten zu bergen.

Die islamistischen Rebellen – Russland spricht von dem Al-Kaida-Ableger Al Nusra Front, die sich heute  Fatah al-Scham nennt –  kontrollieren noch die nordwestsyrische Provinz Idlib. Allerdings stehen sie unter starkem Druck der russisch-syrischen Offensive. Russland gilt als wichtigster Verbündeter der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad.

Der Sprecher des US-Außenministeriums rief Russland dazu auf, sich wieder den Genfer Friedensgesprächen zuzuwenden. In den vergangenen Monaten hatte die russische Regierung eigene Friedensgespräche in Sotschi und Astana vorangetrieben. Beim Genfer Friedensprozess geht es derweil nicht vorwärts.

Angebliche Aufnahmen des abstürzenden Flugzeugs in den sozialen Medien