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GroKo: Darum ging es beim Streitthema Gesundheit

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GroKo: Darum ging es beim Streitthema Gesundheit

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Das zweigliedrige Gesundheitssystem in Deutschland - der große Zankapfel bei den Verhandlungen für eine Große Koalition in Berlin. Die SPD war mit der Forderung für die Einführung einer Bürgerversicherung angetreten, ein Konzept das auch Grüne und Linke vertreten. Damit würde das weltweit einzigartige Nebeneinander von privaten und gesetzlichen Krankenkassen abgeschafft. Auch Beamte, Selbstständige und Gutverdiener würden in eine Einheitskasse einzahlen - und je nach Ausgestaltung der Bürgerversicherung teilweise deutlich mehr zahlen. Private Versicherer würden dann lediglich Zusatzleistungen anbieten. 

So weit die Maximalforderung, die mit CDU und CSU nicht durchsetzbar war. 

Stattdessen brachte die SPD die Arzthonorare auf den Verhandlungstisch. Zur Zeit verdienen Ärzte an Privatpatienten zwei bis drei Mal so viel wie an Kassenversicherten. Wenn das Budget für Kassenpatienten am Ende des Quartals erschöpft ist, lohnt sich deren Behandlung für Ärzte nicht mehr. Die SPD will diese sogenannte Zwei-Klassen-Medizin durch gleiche Honorare für beide Arten von Patienten ausgleichen. Sowohl die privaten als auch die gesetzlichen Krankenkassen warnen jedoch davor: Wenn Privatpatienten weniger bezahlen und Ärzte nicht weniger verdienen sollen, belastet das die gesetzlich Versicherten, so der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen - mehr Gerechtigkeit gäbe es also nicht. 

SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach wehrt sich gegen den Vorwurf

Gerungen haben die GroKo-Verhandler in den letzten Tagen jedoch nicht nur um die Honorare. Auch zur Bekämpfung des Ärztemangels auf dem Land gab es unterschiedliche Vorstellungen. Egal, wie umfassend ein Umbau des Gesundheitssystems aussehen könnte: Er ist langwierig und kompliziert. Allein eine Änderung der Gebührenordnung würde laut Experten Jahre dauern.