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71 tote Flüchtlinge in Kühllaster: Prozess in Ungarn

Der Prozess um das Flüchtlingsdrama auf der A4 gestaltet sich schwierig. Die Angeklagten beschuldigen sich gegenseitig.

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Neuer Verhandlungstag im Prozess gegen eine Schlepperbande, die Schuld am Tod von 71 Flüchtlingen in einem Kühllaster sein soll.

Vor dem Gericht in Ungarn wurde jetzt der Mann angehört, der den vier Hauptangeklagten die Fahrzeuge besorgt hatte. Er wies jegliche Schuld von sich. Von dem Menschenschmuggel habe er nichts gewusst. Die vier Hauptangeklagten bestreiten das und behaupten, er sei sogar hauptverantwortlich für die Tragödie.

Im August 2015 hatte die österreichische Polizei in einer Pannenbucht auf der A4 nahe der ungarischen Grenze die grausige Entdeckung gemacht. 71 tote Menschen – darunter Kinder – die zusammengepfercht im Frachtraum des LKWs erstickt waren.

Ihre Hilferufe hatten die Schleuser ignoriert. Das zeigen Telefonmitschnitte, die vor Gericht abgespielt wurden. Der Anführer der Bande drängte darin den Fahrer, auf keinen Fall anzuhalten, auch wenn die Menschen im Laderaum sterben sollten. Ihre Leichen solle er irgendwo in Deutschland abladen – dem eigentlichen Ziel der Flüchtlinge.

Den vier Hauptangeklagten – ein Afghane und drei Bulgaren – droht lebenslange Haft. Sie waren kurz nach der Tat festgenommen worden und stehen seit vergangenem Juni vor Gericht.