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IWF zu "Brexit"-Folgen: Produktiver arbeiten!

Großbritanniens Wirtschaft wächst weniger dynamisch und das liegt auch am „Brexit“, hat der IWF in seinem jüngsten Länderbericht festgestellt. Auf lange Sicht müsse das Land effizienter produzieren

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IWF zu "Brexit"-Folgen: Produktiver arbeiten!

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Großbritanniens Wirtschaft wächst weniger dynamisch und der Brexit ist mit verantwortlich, hat der Internationale Währungsfonds IWF in seinem jüngsten Länderbericht festgestellt. Die starke Abwertung des Pfunds nach dem Referendum im Juni 2016 habe zu höheren Preisen geführt, die sich negativ auf die Haushaltsbudgets auswirkten. Unternehmen investierten auch weniger als angesichts des starken globalen Wachstums zu erwarten wäre, da sie weitere Details über die zukünftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU erwarten. 40 Prozent weniger Finanzdienstleistungs-Exporte in die EU – davon geht der Fonds als Brexit-Folge aus.

"EFFIZIENTER PRODUZIEREN"

Einziges Gegenmittel, das die IWF-Volkswirte empfehlen: Auf lange Sicht müsse das Land effizienter produzieren, damit sich der Lebensstandard weiter verbessert und das Wirtschaftswachstum allen Gruppen der Gesellschaft zugute kommt. Zwar habe das Produktivitätswachstum auch in den USA, Frankreich und Deutschland gelitten - der IWF vergleicht das jährliche Plus an Bruttoinlandsprodukt pro Stunde in den Jahren 2000 bis 2007 und 2010 bis 2016 - in Großbritannien aber am meisten - da sei es runter auf ein Fünftel.

Der IWF: „Seit der globalen Finanzkrise hat die Beschäftigung in Großbritannien stetig zugenommen, aber das Produktivitätswachstum - der Anstieg der durchschnittlichen Produktion pro Arbeiter - ist fast zum Erliegen gekommen.“ Angesichts der rekordverdächtig niedrigen Arbeitslosigkeit und der Tatsache, dass weniger EU-Arbeitnehmer nach Großbritannien kommen, hänge das künftige Wirtschaftswachstum von der Erhöhung der von jedem Arbeitnehmer produzierten Menge ab.

Noch ein paar IWF-Tipps für die Briten: Mehr Wohnungen bauen, auch nach einfacheren Vorschriften, Infrastruktur verbessern, Bildungssystem reformieren, in Forschung investieren – und beim Staat ein Finanzpolster aufbauen statt der Staatsschulden in Höhe von 87 Prozent des BIP.

su