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Deutsch-türkischer Gipfel: Merkel trifft Yildirim

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Deutsch-türkischer Gipfel: Merkel trifft Yildirim

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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim haben in Berlin die Verbesserung des zuletzt stark angespannten Verhältnisses der beiden Länder betont. Sie unterstrichen aber auch, dass es noch einige Meinungsverschiedenheiten gäbe.

Der Fall des in der Türkei inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel besitze eine „besondere Dringlichkeit“, sagte Merkel. Yildirim entgegnete, dies sei Sache der Justiz, er hoffe aber, dass die Gerichtsverhandlung gegen Yücel bald beginne. Deutliche Worte fand der Ministerpräsident in Bezug auf die kurdischen Organisationen PKK und YPG, die von der türkischen Armee bekämpft werden.

„Die PKK ist eine terroristische Gruppierung, die YPG ist eine terroristische Gruppierung. Wenn wir gegen diese Gruppen kämpfen, würden wir es gerne sehen, dass unsere Verbündeten da auf unserer Seite sind. Wir würden von unseren Verbündeten gerne dieselbe Entschlossenheit im Kampf gegen diese Gruppierungen sehen wie im Kampf gegen die IS-Miliz“, so Yildirim.

Merkel: „Schweres Fahrwasser"

Merkel erläuterte: „Ich habe darauf hingewiesen, dass die Türkei wie jedes Land natürlich das Recht hat, sich selbst um die eigenen Sicherheitsinteressen zu bemühen, dass wir uns aber auch sorgen, auch was Situation innerhalb der Nato angelangt. Wir hoffen, dass die Konflikte mit den USA gelöst werden können, die sich daraus ergeben haben.“

Man wisse, dass sich die deutsch-türkischen Beziehungen „in schwerem Fahrwasser“ befunden hätten und dies teils auch noch seien, so Merkel. „Aber wir bemühen uns, Schritt für Schritt auch die Fälle zu lösen, die dazu geführt haben“, sagte sie. Deutschland habe den versuchten Staatsstreich in der Türkei immer verurteilt, so Merkel, aber bei der Aufklärung müsse die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden. Es gebe zwischen Deutschland und der Türkei durchaus Differenzen in Bezug auf Werte und deren Umsetzung. „Auf der anderen Seiten haben wir deutlich gemacht, dass es gemeinsame Interessen auch in komplizierten Zeiten gibt. Die beruhen einmal darauf, dass drei Millionen Menschen türkischer Herkunft bei uns in Deutschland leben, die eine Brücke sein sollen für ein vernünftiges Miteinander. Sie beruhen darauf, dass wir Mitglied in der Nato sind. Sie beruhen darauf, dass wir gemeinsam gegen den Terrorismus kämpfen. Und die beruhen natürlich auch auf langjährigen Wirtschaftsbeziehungen, die wir vernünftig entwickeln wollen - und das setzt natürlich vertrauensvolles Miteinander voraus“, erläuterte Merkel.

Am Rande des Treffens zwischen Merkel und Yildirim in Berlin kam es zu einer Kundgebung, auf der Demonstranten ein Ende des Vorgehens der türkischen Armee gegen kurdische Milizen forderten.