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Sexskandal: "Sie arbeiten in einer Kinderhilfsorganisation, um an Kinder ranzukommen"

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Sexskandal: "Sie arbeiten in einer Kinderhilfsorganisation, um an Kinder ranzukommen"

Sexskandal: "Sie arbeiten in einer Kinderhilfsorganisation, um an Kinder ranzukommen"
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Tesa Arcilla im Gespräch mit Andrew MacLeod, dem ehemaligen Chef des UN-Notfall-Koordinationszentrums.

Tesa Arcilla: "Sie haben ernste Vorwürfe gegen UN-Mitarbeiter wegen ihres Verhaltens in Krisenregionen angebracht. Worum geht es da?

Andrew MacLeod: "Nicht nur ich. Seit drei Jahrzehnte waren Fälle von sexuellem Missbrauch, Ausbeutung und Vergewaltigung von Kindern bekannt. Kofi Annan bedauerte, dass er das Pädophilie-Problem nicht unter Kontrolle gebracht hatte. Ban Ki Moon ebenso. Das sind schon zwei Jahrzehnte, in denen die Führungsspitze Bescheid wusste und nichts wirklich unternahm."

Tesa Arcilla: "Leute, die sich bei Hilfsorganisationen auskennen, haben von einem offenen Geheimnis gesprochen. Wie konnte es so lange ein solches bleiben?"

Andrew MacLeod: "Es gibt die Einstellung, naja, so etwas passiert im Krieg. Es ist ein schwieriges Thema. Pädophilie, als solches. Wenn man den Gedanken zulässt, ach, das passiert anderswo, dann wird das Thema unwichtiger. Die britische Behörde zur Bekämpfung von Kriminalität greift seit 1999 gegen Pädophilie in der westlichen Welt durch. Wo geht dann ein beutesuchender Pädophiler hin, um an Kinder ran zu kommen? Es ist abscheulich, aber logisch. Laut Behördenangaben arbeiten diese Pädophilen dann in einer Kinderhilfsorganisation, um an Kinder ran zu kommen. Ein Helfer wird von uns bezahlt, von unseren Steuern und unseren Spenden. Sie begehen also nicht nur Schreckliches, wir bezahlen sie. Die, die da etwas tun können, die Polizei, sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass es in den Hilfsorganisationen auch Sextouristen gibt und wir müssen die Hilfsorganisationen zur Rechenschaft ziehen."

Tesa Arcilla: "Was erwarten Sie von der EU jetzt?"

Andrew MacLeod: "Ich erwarte von der EU dasselbe wie von der britischen Regierung. Wir müssen die Täter anklagen, damit bei den Pädophilen die Botschaft ganz klar ankommt: In Hilfsorganisationen können sie nicht mehr so leicht auf Beutezug gehen. Die NGOs müssen mit den jeweiligen Regierungen einen neuen Verhaltenskodex ausarbeiten, damit sofort Anklage erhoben werden kann und zwar in dem Heimatland des Täters und in dem Land, in dem das Verbrechen geschieht."