Eilmeldung

Eilmeldung

30 Jahre Haft für Fehlgeburt: Teodora nach 10 Jahren frei

Sie lesen gerade:

30 Jahre Haft für Fehlgeburt: Teodora nach 10 Jahren frei

30 Jahre Haft für Fehlgeburt: Teodora nach 10 Jahren frei
Schriftgrösse Aa Aa

Zehn Jahre im Gefängnis wegen einer Fehlgeburt. Ein unglaubliches Unrecht gegen eine Frau?

Teodora Vasquez in El Salvador hat genau das hinter sich.

Jede Form des Schwangerschaftsabbruchs ist in dem mittelamerikanischen Land verboten und somit strafbar.

Teodora war nach ihrer Fehlgeburt zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof befand nun, sie habe genug gebüßt.

Vor dem Gefängnis in Ilopango östlich der Hauptstadt San Salvador, warteten ihre Mutter und andere Familienangehörige auf sie. "Ich will heim zu meiner Familie, ich war zehn Jahre und sieben Monate von ihnen getrennt, und jetzt darf ich endlich wieder mit meinen Lieben zusammen sein."

Amnesty International und andere Menschenrechtsorganisationen hatten für Teodora Vasquez gekämpft.

Zehn Jahre hinter Gittern nach einer Fehlgeburt

Im Moment sitzen 27 Frauen wegen Fehlgeburten ein. Ihnen wird ihnen vorgeworfen, es sei ihre Schuld, dass das Baby nicht geboren wurden, etwa mit der Begründung, sie hätten sich nicht genug um die Schwangerschaft gekümmert, oder es fehle ihnen der Mutterinstikt.

Unter denen, die noch ihre oft zwischen 30 und 40 Jahre hohen Strafe verbüßen, ist auch eine 35-Jährige, die mit Blutungen ins Krankenhaus gekommen war und dort ihren bereits toten Fötus verlor. Die behandelnde Ärztin meldete sie den Behörden. Sie wurde zu 40 Jahren Haft verurteilt.

Die klar Frauen diskriminierenden Gesetze wurden 1998 noch einmal verschärft. Zuvor war Abtreibung in Ausnahmefällen erlaubt. Die katholische Kirche hat einen starken Einfluss in dem mittelamerikanischen Land.