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SPD im Rekordtief

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SPD im Rekordtief

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Schock für die SPD: Trotz guter Koalitionsverhandlungen und Stabswechsel an der Parteispitze sind die Sozialdemokraten in der Wählergunst auf ein Rekordtief abgesackt. Die Personalquerelen überlagern die Sachpolitik. In der jüngsten Umfrage von Infratest Dimap für den ARD-Deutschlandtrend extra kommt die SPD nur noch auf 16 Prozent. Das sind nochmals zwei Punkte weniger als Anfang Februar - und nur noch einen Punkt vor der AfD. Die rechtspopulistische Partei hatte sich um einen Punkt auf 15 Prozent verbessert.

Parteien im Deutschlandtrend

Die Union erreicht im Deutschlandtrend unverändert 33 Prozent. Die FDP verliert einen Punkt und landet bei neun Prozent. Die Linke bleibt stabil bei elf Prozent; die Grünen verbessern sich um zwei Punkte auf 13 Prozent.

SPD: Personalquerelen überlagern Sachpolitik

Der Umfragewert ist der schlechteste, den die Sozialdemokraten je erzielten. Die Umfrage (13.-15. Februar) wurde nach dem Verzicht von Martin Schulz auf das Amt des Außenministers erhoben. Auch der Stabswechsel an der Spitze kommt nicht gut an: Nur ein Drittel der Befragten glaubt, dass Andrea Nahles als neue Parteivorsitzende das Ruder rumreißen kann, knapp die Hälfte traut ihr das nicht zu. Selbst in ihrer eigenen Partei kann Nahles kaum punkten: Nur 48 Prozent der Sozialdemokraten stehen hinter ihr. Die von den SPD-Spitzengremien einstimmig nominierte Fraktionschefin Nahles soll auf einem Sonderparteitag am 22. April zur Parteivorsitzenden gewählt werden. Bis dahin führt der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz die SPD kommissarisch.

SPD-Mitgliederentscheid über GroKo

Der Mitgliederentscheid der SPD über eine Neuauflage der Großen Koalition beginnt am Dienstag nächster Woche. Bis zum 2. März können insgesamt 463.723 SPD-Mitglieder über den Koalitionsvertrag mit der Union abstimmen. Das Ergebnis soll am ersten Märzwochenende vorliegen.

Erst Freunde, dann Rivalen

Der Rückzug von Schulz wird allgemein begrüßt. Laut Umfrage halten es 78 Prozent der Befragten für richtig, dass er vom SPD-Parteivorsitz zurückgetreten ist und auch nicht Außenminister wird. 14 Prozent finden das nicht richtig. Nach einer Umfrage von Kantar Emnid für die Zeitungen der Funke Mediengruppe wünschen sich 54 Prozent der Deutschen, dass der bisherige Amtsinhaber SPD-Chef Sigmar Gabriel Außenminister bleibt, falls es zu einem neuen Schwarz-roten Bündnis kommt. Nahles vermied in den Medien jede Festlegung zur Zukunft von Gabriel: "Wir werben mit guten Gründen dafür, dass wir in diese Regierung eintreten und die Erfolge des Koalitionsvertrags umsetzen", sagte sie. "Mit welchem Personal wir das tun, klären wir, wenn wir dazu den Auftrag haben."