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@_A_K_K_: Merkels Geheimwaffe oder biedere Provinzlerin? 10 Tweets

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@_A_K_K_: Merkels Geheimwaffe oder biedere Provinzlerin? 10 Tweets

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REUTERS/Hannibal Hanschke
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Sie twittert unter dem kämpferisch klingenden Kürzel AKK oder genauer gesagt @_A_K_K_ - Annegret Kramp-Karrenbauer. Der Name macht den nicht-deutschsprachigen Journalisten schon ein bisschen Angst: Wie spricht man die denn aus? Und wird die die neue Kanzlerin?

Annegret Kramp-Karrenbauer kommt aus Püttlingen, einer 20 km von Saarbrücken entfernten Stadt mit weniger als 20.000 Einwohnern - dort lebt die Katholikin auch mit ihrem Mann. Die Familie hat drei Kinder. Aufsehen erregte AKK mit ihrer Stellungnahme gegen die Ehe für alle. In einem Interview sagte sie, die Ehe sei "eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft" und bei der Ehe für alle könnten Forderungen nach einer "Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen“ nicht ausgeschlossen werden.

Der SPIEGEL nennt sie "Merkels Generalerbin" und "Mini-Merkel", denn Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gibt ihren Posten als Ministerpräsidentin auf und geht nach Berlin, um CDU-Generalsekretärin zu werden. Viele vermuten, eigentlich wolle Angela Merkel die 55-Jährige Kramp-Karrenbauer zu ihrer Nachfolgerin aufbauen - und habe ihr etwas anderes versprochen als nur den Job in der christdemokratischen Partei.

Die Stuttgarter Zeitung schreibt: "Im Unterschied zur potenziellen Konkurrentin Ursula von der Leyen ist die Saarländerin in der CDU beliebt und gut vernetzt. Bevor aus Merkels Damenwahl jedoch ein realer Machtanspruch erwachsen kann, stehen der Parteigeneralin schwierige Manöver bevor. Sie muss das Selbstbild der Union renovieren, neuen Zusammenhalt organisieren, verstaubte Grundsätze ins 21. Jahrhundert übersetzen, das programmatische Vakuum füllen, das Merkel hinterlässt. Sie muss die Kluft überbrücken zwischen der CDU und deren Anhängern, von denen viele das Gefühl haben, die Partei hätte sie links überholt."

Inhaltlich sind die Kanzlerin und ihre künftige Generalsekretärin weitestgehend einer Meinung, daran lassen beide keinen Zweifel. Der Vorschlag, sich in den Dienst der Partei zu stellen, sei von Kramp-Karrenbauer gekommen, erzählt Merkel.

Auch in Zukunft würden in Deutschland starke Volksparteien gebraucht, sagt Kramp-Karrenbauer und keine "allein durch Personen getragene politische Sammelbewegung". Das kann als versteckter Seitenhieb auf Merkel-Kritiker wie das Präsidiumsmitglied Jens Spahn oder andere verstanden werden, die Politiker wie den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz oder den französische Präsidenten Emmanuel Macron mit seiner Sammlungsbewegung «En marche» als Vorbilder auch für die CDU sehen.

Loyalität - das war für die Kanzlerin eine wesentliche Voraussetzung für die Nominierung der Saarländerin, heißt es in der CDU. Doch es ist nicht nur die Loyalität, die Merkel an Kramp-Karrenbauer schätzt. Der Kanzlerin habe die unaufgeregte Art imponiert, mit der die Ministerpräsidentin aus fast aussichtsloser Lage heraus im März 2017 mit der Landtagswahl an der Saar die wichtige erste Abstimmung im Bundestagswahljahr gewann, heißt es in ihrem Umfeld.

Außerdem halte sie Kramp-Karrenbauer bis heute zu Gute, dass sie nicht wie andere der Versuchung erlegen sei, mit populistischen Tönen gegen Migranten Stimmung zu machen. Und das, obwohl der damalige SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gerade auf dem Zenit der Macht war.

Auch auf Twitter ist AKK ein Thema....

Wird AKK schlecht behandelt, weil sie eine Frau ist?

Auch ausländische Beobachter twittern... und teilen die Karikatur, die Politik mit Olympia vergleicht.