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Britisches Wachstum schwächer als gedacht

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Britisches Wachstum schwächer als gedacht

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Die Wirtschaft Großbritanniens ist im vierten Quartal 2017 schwächer gewachsen als zunächst angenommen. Die nationale Statistikbehörde revidierte die Wachstumsrate für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um ein Zehntel Prozent auf 0,4 Prozent nach unten. Binnen Jahresfrist wuchs das BIP demnach nur um 1,4 anstatt 1,5 Prozent.

WACHSTUM "BREXIT"-GESCHWÄCHT

Seit sich die Briten im Sommer 2016 für einen Austritt aus der EU entschieden, hat die heimische Wirtschaft an Tempo eingebüßt. Zu schaffen macht ihr der Verfall des Pfundes. Seit dem Brexit-Votum hat die britische Währung zum Euro 13,6 Prozent an Wert verloren. Das führt zu steigenden Preisen und schmälert die Kaufkraft der Verbraucher. Zudem legten zuletzt Außenhandel und Investitionen nicht so stark zu wie von Analysten erwartet.

Abwarten und Tee trinken sei in dieser Lage fatal, hatte Zentralbankchef Mark Carney schon vorher festgestellt.

Mark Carney, Gouverneur der Bank of England:

"Das ist die Ungewissheit, wie die Beziehung zu unserem größten Handelspartner aussehen wird. Heißt: warum sich nicht in diesem Jahr zurückhalten, wenn erhebliche Auswirkungen drohen. Das ist der kurzfristige Widerstands-Effekt. Das wird jetzt diskutiert – aber das viel größere Thema, wieder für das Parlament ist, ist eine umfassendere Strukturpolitik, die sich auf die Produktivität in diesem Land auswirkt."

Vor allem die Stilllegung eines großen Ölfeldes für Reparaturen im Dezember habe die Öl- und Gasproduktion härter getroffen als zunächst angenommen, so die Statistiker.

Die Abwärtsrevision bedeutet, dass Großbritannien im vierten Quartal eine der schwächsten Wachstumsraten in der Gruppe der sieben wichtigsten Industrieländer (G7) verzeichnet hat. Lediglich Japan und Italien haben sich schlechter geschlagen.

GELDPOLITIK

Zwar beließ die britische Zentralbank ihre Geldpolitik nach ihrer jüngsten Zinssitzung vorerst unverändert. Allerdings gaben die Währungshüter Hinweise auf eine demnächst anstehende Zinsanhebung. Notenbankchef Mark Carney begründete dies mit der anhaltend erhöhten Inflation.

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su mit Reuters