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Wie ein Bürgermeister Brüsseler Obdachlose ins Warme zwingen will

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Wie ein Bürgermeister Brüsseler Obdachlose ins Warme zwingen will

Obdachloser in den Straßen von Brüssel
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Es ist eisig kalt in Brüssel. Für die, die draußen übernachten, geht es ums Überleben. Die europäische Hauptstadt hat ungewöhnliche Maßnahmen ergriffen, um die Obdachlosen vorm Erfrieren zu bewahren.

Vincent Dewolf, Bürgermeister des Stadtteils Etterbeek will sie mit einer Verordnung zwingen, nachts ins Obdachlosen-Asyl zu gehen. Notfalls auch mit Polizeigewalt: "Wir können nicht hinnehmen, wenn sich jemand absichtlich in Gefahr begibt. Wenn jemand von der Brücke springen will - würden sie dann schubsen oder ihn zurückhalten? Sie werden ihn natürlich zurückhalten. Wir haben eine Verpflichtung, Menschen in Gefahr zu helfen. Ich als Verantwortlicher für die Sicherheit bin gezwungen, da zu handeln."

In einem Rotkreuz-Zentrum können die Obdachlosen unterkommen. Es gibt Essen und medizinische Betreuung. Die Menschen schlafen in Sechs-Bett-Zimmern, nicht riesigen Schlafsälen wie in anderen Heimen, sagt Freddy Simon, der Leiter der Einrichtung."Wenn die Leute draußen in Lebensgefahr sind, dann ist es völlig normal, dass wir da helfen und Schutz bieten. Es wäre traurig, wenn Menschen auf der Straße erfrieren, nur weil sie Hilfe ablehnen. Wir müssten uns vorwerfen, nicht genug getan zu haben."

Der Spanier Diego lebt seit sieben Jahren er mit seiner Frau in Brüssel auf der Straße. Ein Aufenthalt im Heim kommt für ihn nicht in Frage: "Ich gehe in kein solches Heim. Dort ist es schmutzig. Da wird geklaut. Da bleibe ich mit meiner Frau lieber auf der Straße."

Überleben bei Eiseskälte auf der Straße. Auch in diesem Winter werden das einige nicht schaffen.