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TAPI - Zentralasiens wichtige Erdgaspipeline

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TAPI - Zentralasiens wichtige Erdgaspipeline

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Es war ein großer Empfang für die Staatschefs von Afghanistan und Pakistan. Sie trafen mit ihrem turkmenischen Amtskollegen und mit dem indischen Außenminister in Serhetabat zusammen, um die Fertigstellung eines Teilabschnitts der gemeinsamen Erdgasleitung TAPI zu feiern. TAPI steht für Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline.
Diese soll jährlich mehr als 33 Milliarden Kubikmeter Gas befördern. Geplant ist die Schaffung von 12.000 Arbeitsplätzen.

Der Chef der TAPI Pipeline Company Muhammetmyrat Amanov sagte, “seit 2015 haben wir viel Arbeit in das Projekt gesteckt, um jetzt in eine neue Phase zu gehen. Wir haben unsere Arbeit in Turkmenistan zu Ende geführt, nun geht es weiter in Afghanistan. Ende 2019 wollen soll die Erdgasleitung in Betrieb gehen…”

… wenn alles nach Plan läuft.

Pulverfass Afghanistan

Ein großes Risiko stellt die Sicherheitslage in Afghanistan dar. Die Taliban kündigten bereits an, die Pipeline zu zerstören. Die afghanischen Behörden erklärten jedoch, alle Sicherheitsmaßnahmen würden ergriffen.

Nargis Nehan, der afghanische Minister für Minen und Ölförderung, räumte ein, “Afghanistan stellt natürlich ein großes Sicherheitsrisiko dar. Doch die Regierung bereitet sich darauf vor, die Arbeiten an der Erdgasleitung zu schützen. Wir sind uns des Risikos bewusst, allerdings ist TAPI ein so wichtiges Projekt, dass nicht nur die Regierung von Afghanistan, sondern auch die Menschen alles in ihrer Macht stehende tun werden, um das Projekt zu schützen.”

Was verspricht man sich von TAPI?

Einmal fertiggestellt, wird die Pipeline über 1.800 Kilometer bis zum Dorf Fazilka an der indisch-pakistanischen Grenze führen. Dadurch soll das Land täglich mehr als 14 Millionen Kubikmeter Gas erhalten, während Indien und Pakistan jeweils bis zu 40 Millionen Kubikmeter beziehen sollen.

Welche Bedeutung der TAPI-Erdgasleitung zukommt, verdeutlicht sich durch die Anwesenheit der Regierungsvertreter aus der gesamten Region.

Der Wirtschaftsminister der Vereinten Arabischen Emirate, Sultan bin Saeed al Mansoori, erklärt, “Afghanistan braucht wirtschaftliche Stabilität, um auch politische Stabilität zu schaffen. Die Menschen brauchen Einkommen und müssen Industrien sowie Gewerbe aufbauen. Die Pipeline wird liefern, was Afghanistan braucht. Das wird auch der Fall für Pakistan und Indien sein. Durch die Zusammenarbeit der vier Staaten wird es auch einen Austausch von Wissen und Knowhow sowie neue Investitionen geben.”