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Schutzgebiete gegen Schuldenerlass

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Zum ersten Mal bezahlt ein Land seine Schulden mit Meeresschutzgebieten: Die Seychellen. Das gesamte Aldabra-Atoll, auf dem die einzigartigen Riesenschildkröten leben, gehört schon zum UNESCO-Weltkulturerbe, nun sind auch die Gewässer um Aldabra geschützt. Dafür werden den Seychellen Schulden in zweistelliger Millionenhöhe erlassen. Der Deal wurde von der US-Hilfsorganisation TNC ausgehandelt.

Seychellen steht für Traumstrände

Nicht alle sind glücklich. Der Fischer Elvis Simon Dingwall klagt: "Wenn sie jetzt alles schützen, wo soll ich dann noch fischen? Der Tourismus ist die Nummer Eins der Wirtschaft, aber die Fischerei steht an zweiter Stelle. Wie hat so ein kleines Land wie die Seychellen denn so viel Schulden anhäufen können. Wir müssen jetzt dafür büßen."

Die Seychellen gehörten 2008 mit Staatschulden von fast einer Milliarde Euro zu den höchst verschuldeten Ländern der Welt. Jetzt sind sie hauptsächlich auch dank drastischer Sparmaßnahmen nicht einmal mehr halb so hoch, so das Finanzministerium.

Die für Traumstrände bekannten Seychellen liegen etwa 1800 Kilometer vor der Küste Kenias im Indischen Ozean.

Ein Gebiet von 210.000 Quadratkilometern werde künftig geschützt, teilte die Organisation Nature Conservancy mit. Das Ganze wurde durch den besonderen Deal möglich: Im Tausch für den Schutz des Gebiets wurden demnach 21 Millionen Dollar (17 Millionen Euro) gesammelt, um einen Teil der Staatsschulden der Seychellen zu begleichen, hieß es.

Dazu beigetragen hat demnach auch die Leonardo DiCaprio Foundation. "Diese Bemühungen werden den Menschen der Seychellen helfen, ihren Ozean für künftige Generationen zu schützen", teilte der Hollywood-Star mit. Mit seiner Stiftung engagiert sich DiCaprio für den Umweltschutz. Bis 2020 sollen fast ein Drittel der Gewässer der Seychellen geschützt werden, wie Nature Conservancy erklärte.

Inselstaaten wie die Seychellen sind besonders anfällig für den Klimawandel - etwa wegen des steigenden Meeresspiegels und des sich erwärmenden Wassers. Dies gefährdet auch die Wirtschaft der Staaten, die oft stark von den Meeren abhängig sind. "Es könnte ökologisch und ökonomisch verheerend sein, wenn die Ressourcen nicht erhalten werden, während sich das Klima weiterhin wandelt", teilte Nature Conservancy mit.