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Italien - Populisten und ihre Wahlmanöver

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Italien - Populisten und ihre Wahlmanöver

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Stimmungsparteien wie die Fünf-Sterne-Bewegung ("Cinque Stelle") oder die – in den Süden expandierende - Lega (Nord) könnten den Wahlausgang in Italien entscheiden – aber ihre Wähler sind selbst für die Parteistrategen kaum berechenbar – wie reagieren sie auf taktische und strategische Kehrtwenden?

Gioia Salvatori, Euronews, Rom:

„Es wird zum Beispiel interessant, am Sonntag festzustellen, ob die Wähler der Vorgabe von Beppe Grillo von der Fünf-Sterne-Bewegung zu einem gemäßigteren Kurs folgen. Die Sympathisanten, die sich in Piazza del Popolo in Rom zum Abschluss des Wahlkampfes versammelt haben, sind dafür. Koalitionen mit anderen Parteien wollen sie aber nicht."

Stimmen vor Ort:

„Jetzt muss die 'Fuckoff Politics' (die "Mittelfingerpolitik", das Markenzeichen von Cinque Stelle) ins Archiv und wir müssen in die Regierung: Jetzt kennt uns jeder und das bringt sicher viele Stimmen.“

„Ich meine, das ist eine normale Sache, das ist Teil des normalen Entwicklungsprozesses einer Bewegung, die als starker Protest gegen eine verrottete politische Klasse entstanden ist."

„Es gibt die Rechten, die sind einfach nur eine Katastrophe, die Linken, die in der Regierung waren und nichts getan haben. Also ich glaube nicht, dass die Fünf-Sterne-Bewegung eine Koalition mit anderen Parteien eingehen kann.“

LEGA

Aber ist die Fünf-Sterne-Bewegung der einzige Joker? Kontroversen auslösen können auch andere - am vergangenen Samstag schwor der Führer der Lega Nord, Matteo Salvini, auf der Piazza Duomo in Mailand auf das Evangelium, dass er der Ministerpräsident aller Italiener sein wird. Eine Geste, die gerade in der katholischen Welt Kontroversen ausgelöst hat.

Nello Scavo, Jopurnalist bei der "vom Katholizismus inspirierten" Zeitung "L’Avvenire":

"Ganz klar haben einige Leute mit Erstaunen auf diese Geste Salvinis reagiert. Ich denke da praktischer: Er möchte, dass die Menschen die alte Lega, die Lega der Vergangenheit, vergessen. Diejenige, die auf den Gott „Po“ schwor.“ (Ursprünglich wollte die Lega Nord die Unabhängigkeit des Nordens vom Süden ab der Po-Ebene).

Marta Brambilla Pisoni, Euronews, Mailand:

“Salvini meint, dass er besser abschneiden kann als sein stärkerer Verbündeter Forza Italia. Sollte dies eintreten, hat er das Recht, den Ministerpräsidenten zu stellen. Am Sonntag wissen wir, ob er richtig lag.“

su