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Finanzmärkte zu Italien-Wahl: Bloß keine Hängepartie

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Finanzmärkte zu Italien-Wahl: Bloß keine Hängepartie

Finanzmärkte zu Italien-Wahl: Bloß keine Hängepartie
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In Italien haben die Anleger auf die Wahl-Ergebnisse mit Enttäuschung reagiert. In Mailand fiel der FTSE-MIB-Index um 0,42 Prozent, während die anderen europäischen Börsen zulegten. Der Eurostoxx50 zog 1,07 Prozent an. In Deutschland wurden die Angst vor einem Handelskrieg mit den USA und das unklare Wahlergebnis in Italien kompensiert durch das „Ja“ der SPD-Mitglieder zu einer weiteren großen Koalition. Dax plus 1,49 Prozent.

Guido Gennaccari, Broker (Trading Room Roma), Rom:

"Die Hauptangst der Märkte ist eine Hängepartie mit Neuwahlen im Juni oder Oktober oder wann immer dieses Datum wäre. Stattdessen scheint es, dass sie eine Lösung finden, das verheißt Stabilität, es wird eine Regierung geben. Aber wir sind in Italien, und wir haben sehr kurzlebige Regierungen."

IWF SIEHT "ABWÄRTSRISIKEN"

In ihrem jüngsten Bericht warnen die Volkswirte des Internationalen Währungsfonds (IWF) ohne Reformkurs vor "signifikanten" Abwärtsrisiken in Italien. Laut IWF muss das Land die Produktivität seiner Unternehmen steigern, die Banken von der Last fauler Kredite befreien und für mehr Effizienz im Staatssektor sorgen. Während der IWF für den Euro-Raum ein Wachstum in Höhe von 2,2 Prozent für 2018 prognostiziert, erwarten die IWF-Ökonomen für Italien lediglich 1,4 Prozent Zuwachs bei der Wirtschaftskraft. 2017 waren es 1,5 Prozent - so langsam wuchs kein anderes EU-Land.

Jeder dritte Jugendliche findet keinen Job. Die Staatsverschuldung ist mit 133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erdrückend. Vielen Unternehmen haben die Banken, die selbst in der Krise stecken, den Kredithahn zugedreht. Allein in Venetien haben sich Medienberichten zufolge ("finanzen.net") in letzter Zeit mehr als 250 Unternehmer das Leben genommen.

su mit dpa