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Netanjahu bei Trump, aber Probleme zuhause bleiben

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Netanjahu bei Trump, aber Probleme zuhause bleiben

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Im Weißen Haus ist Israels Regierungschef unter Freunden, anders als zur Zeit zuhause: Mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump ist Benjamin Netanjahu zum einen persönlich eng verbunden.

Zum anderen weiß er die USA politisch an seiner Seite: So sorgten sie für einen Paukenschlag mit der Entscheidung, ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, das weltweit von kaum jemandem als Israels Hauptstadt anerkannt wird.

Die amerikanische Botschaft zieht um

Neben Israel beanspruchen die Palästinenser einen Teil Jerusalems als ihre Hauptstadt. Beide Forderungen kollidieren miteinander; der künftige Status von Jerusalem gehört daher zu den Kernpunkten, die bisher jede Einigung in Friedensgesprächen verhindert haben.

Trump sagte jetzt jedoch, mit der amerikanischen Botschaftsentscheidung sei dieses Problem vom Tisch. Nun habe man eine echte Möglichkeit, Frieden zu erreichen.

Bei der bevorstehenden Einweihung der Botschaft wird Trump wohl sogar dabeisein: Er sagte bei einem gemeinsamen Auftritt mit Netanjahu vor der Presse, wenn er könne, dann komme er auch.

Nebenher lobte sich Trump dafür, die Kosten für den Botschaftsbau gewaltig gedrückt zu haben. Man habe ihm einen Auftrag über eine Milliarde Dollar auf den Tisch gelegt, sagte er: Jetzt werde auf seinen Einwand hin für 250.000 Dollar gebaut - provisorisch, aber sehr hübsch.

Netanjahus Probleme zuhause

Die Bilder aus Washington lenken für einen Moment von Netanjahus Problemen zuhause in Israel ab.

Dort hat sich ein früherer Vertrauter (vor allem als Sprecher und Medienberater) nach seiner Festnahme als Zeuge der Anklage zur Verfügung gestellt und will aussagen. Er ist inzwischen unter Hausarrest.

Es geht um den Vorwurf der Bestechung im Gegenzug für günstige Berichterstattung. Am Freitag waren in dem Fall Netanjahu und seine Frau befragt worden.

Wegen weiterer Vorwürfe von Korruption hat die Polizei aufgrund der Beweislage inzwischen eine Anklage gegen Netanjahu empfohlen. Darüber muss nun der Generalstaatsanwalt entscheiden. Netanjahu bestreitet alle Vorwürfe.