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Brüssel will berufstätigen Müttern helfen

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Brüssel will berufstätigen Müttern helfen

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Besuch von Séverine Picard am diesem Weltfrauentag in Brüssel.

Von Beruf ist sie Rechtsberaterin. Nach der Geburt ihres ersten von drei Kindern entschloss sie sich, ihre Arbeitszeit auf 80 Prozent zu reduzieren.

Das belgische Recht erlaubte es, und ihr Unternehmen war einverstanden.

Doch der Arbeitsaufwand wurde nicht geringer, dafür aber das Gehalt.

Ihre beruflichen Ambitionen hat sie auch zurückgeschraubt.

"Hätte ich keine Kinder oder wäre ich ein Mann, hätte ich nach verantwortungsvolleren Jobs Ausschau gehalten", sagt sie.

"Ich habe es nicht gemacht, da mein Teilzeitvertrag jedes Mal in Frage gestellt worden wäre."

Séverines Situation ist kein Einzelfall. Laut einer dänischen Studie schmilzt das Gehalt einer Frau nach der ersten Kindesgeburt auf bis zu 20 Prozent der vorherigen Höhe.

Die EU-Kommission arbeitet an einer Direktive namens "Work-Life Balance", die beide Eltern entlasten und das Arbeitsverhältnis flexibler machen soll.

Zuständig dafür in der Kommission ist Vera Jourova.

Sie sagt, erstmals werde ein Vaterschaftsurlaub eingeführt, ebenso eine Eltern-Pause vom Beruf. Dies solle die Last besser auf Vater und Mutter verteilen.

Unterstützung kommt von den europäischen Gewerkschaften, die zum Weltfrauentag nach Brüssel kamen.

Allerdings warnen sie vor dem Widerstand aus einigen Mitgliedstaaten vor allem mit Haushaltsargumenten.

In der Vergangenheit gelang es diesen Ländern bereits, einen ähnlichen Gesetzesvorschlag zu kippen.