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Kolumbiens FARC beteiligt sich erstmals an Wahlen

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Kolumbiens FARC beteiligt sich erstmals an Wahlen

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Die ehemalige Rebellen-Gruppe FARC beteiligt sich am Sonntag zum ersten Mal an Parlamentswahlen in Kolumbien. Die Gruppe hatte 2016 ihre Waffen niedergelegt, aber die Wahlteilnahme der von ehemaligen FARC-Mitgliedern gegründeten Partei spaltet die kolumbianische Gesellschaft.

Eine Koalition aus rechten Parteien lehnt das Friedensabkommen mit den ehemaligen Rebellen ab, erklärt die Politologin Martha Lucia Marquez von der Javerian-Universität. Sie befürchtet, dass einige versuchen werden, seine Umsetzung zu verhindern.

Linke Gruppierungen dagegen wollen den Friedensprozess fortsetzen. Der Übergang in die Politik wurde den früheren FARC-Mitgliedern nicht leicht gemacht, so die Senatskandidatin Victoria Sandino. Gegner der FARC hätten Leute bezahlt, um den Wahlkampf zu stören. Zunächst sei es um Sabotage und Provokation gegangen. Aber später seien einige Kandidaten mit Steinen und Flaschen beworfen worden.

Die FARC wirbt vor allem an den Universitäten um Unterstützung. Aber sie trägt ihren Wahlkampf auch in Kneipen und Theater. "Wir haben eine große Aufgabe vor uns", sagt Victoria Sandino. "Wir müssen die Begegnung suchen und den Menschen erklären, wer wir sind."

"Die Gruppe wird im Parlament vertreten sein, egal wie die Wahl ausgeht", erklärt der Euronews-Reporter in Bogota. "Das Friedensabkommen garantiert der FARC fünf Sitze im Abgeordnetenhaus und fünf weitere im Senat. Aber aufgrund der schlechten Gesundheit ihres Anführers Timoschenko wird die FARC bei der Präsidentschaftswahl im Mai nicht antreten."