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Syrische Kurden werfen Türkei ethnische Säuberungskampagne vor

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Syrische Kurden werfen Türkei ethnische Säuberungskampagne vor

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Syrische Kurden in Afrin haben der Türkei vorgeworfen, eine ethnische Säuberungskampagne gegen sie zu führen. Die Stadt ist seit dem Wochenende an mehreren Seiten von türkischen Streitkräften umstellt.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte würden mehrere Hunderttausend Menschen in Afrin einem "ungewissen Schicksal" entgegen sehen. Viele Menschen hier sind vor Gewalt und Krieg aus anderen Teilen Syriens geflohen.

Mazen Bilal, ein politilischer Analyst aus Syrien erklärt: "Das sind alles übereilte Taktiken, es geht hier vielmehr um Politik als um das Militärische. Obwohl die syrischen Streitkräfte die türkische Armee nicht am Fortkommen hindern, heißt das nicht notwendigerweise, dass die Operation in Afrin einfach sein wird, denn der humanitäre und politische Preis ist sehr hoch."

Seit dem Beginn der türkischen Militäroffensive "Olivenzweig" wurden mehr als 200 Zivilisten durch türkische Luftangriffe und anderen Beschuss getötet. Krankenhäuser schaffen es kaum, die Verletzten zu versorgen und die Leichen aufzubewahren.

Die Türkei hatte am 20. Januar mit der Militäroffensive in Nordwestsyrien begonnen. Ankara bekämpft dort die Kurdenmiliz YPG, die in der Türkei als Terrororganisation gilt. Erst am vergangenen Donnerstag hatten das türkische Militär die strategisch wichtige Stadt Dschinderes im Süden der Provinz Afrin eingenommen.

Die Kämpfer der US-gestützten Syrisch Demokratischen Kräfte, die von der YPG angeführt werden, verlegte 1.700 Kämpfer aus Rakkah nach Afrin. Auch die syrische Regierung sandte weitere Bodentruppen. Sie können jedoch nichts gegen die türkischen Luftschläge ausrichten.