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Aktivisten: Syrische Armee rückt in Ost-Ghouta vor

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Aktivisten: Syrische Armee rückt in Ost-Ghouta vor

Aktivisten: Syrische Armee rückt in Ost-Ghouta vor
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Die syrische Armee ist nach Angaben von Aktivisten in eine wichtige Ortschaft der belagerten Rebellenenklave Ost-Ghouta vorgedrungen. "Regimekräfte haben Hammurije angegriffen und Teile unter ihre Kontrolle gebracht", erklärte die privat betriebene Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Coventry, Großbritannien.

Die Rebellenenklave Ost-Ghouta vor den Toren der Hauptstadt Damaskus wurde auch am Mittwoch massiv bombardiert. Bei syrischen und russischenLuftangriffen auf die Rebellenhochburg bei Damaskus starben demnach am Mittwoch mindestens 25 Zivilisten, während einige Kranke und Verletzte die umkämpfte Enklave verlassen konnten.

Seit dem Beginn der Offensive syrischer Regierungstruppen auf Ost-Ghouta vor rund drei Wochen sind laut Beobachtungsstelle mehr als 1.200 Zivilisten getötet worden. Sie bezieht ihre Informationen nach eigener Aussage von Aktivisten vor Ort. Die Angaben sind für Medien kaum zu überprüfen.

Syriens Regierungstruppen bereiteten sich drei Wochen nach Beginn ihrer Offensive offenbar auf die endgültige Übernahme von Ost-Ghouta vor. Laut Beobachtungsstelle haben Regierungsvertreter Verhandlungen mit Rebellen in Duma und Harasta aufgenommen. Ziel sei, den Rebellen im Gegenzug für eine Übergabe der Städte an die Armee sicheres Geleit aus der Enklave anzubieten. Bei den Verhandlungen werde die syrische Regierung von ihren russischen Verbündeten unterstützt, berichtete die Beobachtungsstelle. Diese Taktik - Einnahme von Rebellenhochburgen gegen Evakuierung der Rebellen - hat Syriens Regierung auch in anderen Orten angewendet.

UNO: WAFFENRUHE-RESOLUTION GESCHEITERT

UN-Generalsekretär Antonio Guterres gestand das Scheitern der vor zwei Wochen verabschiedeten Waffenruhe-Resolution des Sicherheitsrats ein: Seit der Verabschiedung hätten sich die Kämpfe in Ost-Ghouta noch verschärft, sagte Guterres. Er forderte "humanitäre Evakuierungen" aus Ost-Ghouta und Hilfslieferungen für eingeschlossene Zivilisten. Für das Scheitern der jüngsten Resolution machte US-UNO-Botschafterin Nikki Haley Russland verantwortlich. In den ersten vier Tagen nach Verabschiedung habe Russland mindestens 20 tägliche Luftangriffe in Ost-Ghouta geflogen, kritisierte sie.

In sieben Kriegsjahren auf syrischem Boden zählte die Beobachtungsstelle 353.935 Tote, zu knapp einem Drittel (106.000) Zivilisten, darunter fast 20.000 Kinder und 12.500 Frauen. Der Syrien-Konflikt hatte am 15. März 2011 mit friedlichen Protesten gegen Machthaber Baschar al-Assad begonnen. Inzwischen eskalierte der Bürgerkrieg zu einem internationalen Stellvertreterkonflikt.

su mit dpa, AFP