Eilmeldung

Eilmeldung

Zu viel gearbeitet: Französischer Bäcker soll 3.000 € Strafe zahlen

Sie lesen gerade:

Zu viel gearbeitet: Französischer Bäcker soll 3.000 € Strafe zahlen

Zu viel gearbeitet: Französischer Bäcker soll 3.000 € Strafe zahlen
Schriftgrösse Aa Aa

Cédric Vaivre ist Bäcker in Lusigny-sur-Barse, einem 2000-Einwohner-Dorf rund 200 Kilometer südöstlich von Paris. Sein Geschäft lief gut, doch nun drohen ihm 3.000 Euro Strafe: Sein Laden hatte in den Sommermonaten Juli und August keinen einzigen Tag geschlossen. Das verstößt gegen das gültige Gesetz in seinem Département Aube. Es besagt, dass Bäcker einen Tag pro Woche schließen müssen.

Ausnahmen können beantragt werden, doch Vaivre hatte keine Antwort von den zuständigen Behörden erhalten. So hatte er kurzentschlossen seinen Laden an allen Tagen der Woche geöffnet.

"7 Tage die Woche im Sommer erlaubt mir ein Plus, aber meine Kunden fragen danach, sowohl aus dem Dorf als auch die Touristen. Es ist eine Schande, wenn ich ihnen meine Produkte nicht anbieten kann, sagt der Bäcker und weiter: "Die nächsten Bäckereien sind fünf und 30 Kilometer entfernt, doch wenn ich im Juli und August geöffnet habe, leidet der Wettbewerb kaum darunter." Seine Angestellten hätten ihren freien Tag nehmen können, lediglich er selbst habe die ganze Woche durchgearbeitet.

Er erhielt von der zuständigen Behörde eine Zahlungsaufforderung, da er die Vorgabe der Arbeitgeberverbände missachtet hatte und keine gültige Ausnahmeregelung vorweisen konnte. Warum sie ihm verwehrt wurde, versteht der Bäcker nicht, denn in den Vorjahren hatte er sie bekommen. Auch seine Bemühungen bei der zuständigen Behörde, die Strafe nicht zahlen zu müssen, blieben ohne Erfolg.

Inzwischen setzen sich Kunden und der Bürgermeister von Lusigny-sur-Barse für ihren Bäcker ein. Sie sammelt Unterschriften, damit der Mann nicht zahlen muss. Ob er im kommenden Sommer noch einmal das Risiko eingehen wird, ist fraglich:

"Ich weiß nicht, was ich diesen Sommer machen soll, weil mich das alles anwidert. Es geht immer gegen die kleinen Leute. Auf der einen Seite gibt es Macron, der sagt "wir werden die Arbeit erleichtern, wir werden die Arbeit liberalisieren" und dann gibt es die Bürokratie, die einem zusätzliche Bürden auferlegt. Da gibt es zwei Geschwindigkeitsbereiche. (...) Große Firmen machen, was sie wollen und wir haben nicht genug Kraft."

Ironischerweise sollte der Ruhetag kleinere Bäckereien vor der harten Konkurrenz von größeren Bäckereien schützen, die ausreichend Ressourcen besitzen, um 7/7 zu öffnen.