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AfD begrüßt Seehofers Islam-Kommentar: "Wörtlich aus unserem Programm entnommen"

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AfD begrüßt Seehofers Islam-Kommentar: "Wörtlich aus unserem Programm entnommen"

Seehofer gibt das Ministerpräsidenten-Amt an Markus Söder (CSU) ab.
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REUTERS/Michael Dalder
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Deutschlands neuer Innenminister Horst Seehofer hat im Interview mit der Bild-Zeitung gesagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, und damit eine erneute Debatte in der Bundesrepublik losgetreten.

Zahlreiche Politiker kritisierten Seehofer, der sein Amt um den Beisatz "Heimatminister" erweitert hatte. Nicht so AfD-Politiker André Poggenburg. Er gehört dem rechten Flügel der rechtspopulistischen AfD in Sachsen-Anhalt an. "Diese Botschaft hat Horst Seehofer wortwörtlich unserem Grundsatzprogramm entnommen", so Poggenburg.

Auch die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch begrüßte Seehofers Haltung und verwies auf das Programm der AfD.

Kanzlerin Angela Merkel distanzierte sich von der Aussage Seehofers: Deutschland sei zwar stark vom Christentum geprägt, aber inzwischen lebten auch vier Millionen Muslime in Deutschland, sagte die CDU-Chefin bei einem Treffen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven am Freitag in Berlin.

"Diese Muslime gehören auch zu Deutschland, und genauso gehört ihre Religion damit zu Deutschland, also auch der Islam." Man wolle einen Islam, der auf der Grundlage des Grundgesetzes basiert. "Wir müssen alles tun, um das Zusammenleben gut zu gestalten zwischen den Religionen."

Jürgen Trittin von den Grünen sagte im SWR, Seehofer sei "fehl am Platz", wenn er als Erstes versuche, als "Heimatminister die Heimat zu spalten".

Die SPD-Politikerin und ehemalige Integrationsbeauftragte Aydan Özoğuz schrieb auf Twitter: "Vier Jahre Symbolpolitik? Sicherlich kein Zufall diese Schlagzeile heute, wenn gleichzeitig Muslime, deren Moscheen abgebrannt sind oder die angegriffen werden, heute zu Solidarität aufrufen. Herr Seehofer, Deutschland ist längst Heimat vieler Muslime."

FDP-Chef Christian Lindner forderte, die Debatte auf die Integration von in Deutschland lebenden Muslimen zu konzentrieren.

In dem Bildzeitungsinterview hatte Seehofer gesagt, anders als der Islam seien die in Deutschland lebenden Muslime Teil des Landes. "Deutschland ist durch das Christentum geprägt", sagte Seehofer.

Im Münchner Landtag hat derweil Markus Söder das Amt von Horst Seehofer in Bayern übernommen.

Der Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" war 2010 durch den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulf bekanntgeworden.