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"Heimat Horst" und der Islam - das sagen die anderen

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"Heimat Horst" und der Islam - das sagen die anderen

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REUTERS/Christian Mang
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Horst Seehofer und seine Aussage, der Islam gehöre nicht zu Deutschland erregt auch im Ausland Aufmerksamkeit. So nennt die niederländische Boulevardzeitung "De Telegraaf" den neuen deutschen Innenminister, der sich in seinem neuen Amt auch dem Thema HEIMAT widmen will, "Heimat Horst":

"Mit dieser Äußerung geht der ehemalige bayerische Ministerpräsident, der Vorsitzende der Regierungspartei CSU, in direkte Konfrontation zu seiner Chefin Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende sagte bereits 2015 - also noch vor der Flüchtlingskrise - dass der Islam sehr wohl zu Deutschland gehört. Das bekräftigten auch der damalige Bundespräsident Wulff und der mächtige Minister Schäuble. Deshalb gibt es nun Streit.

Aber Seehofer muss hart bleiben, denn er fürchtet die rechte Konkurrenz von der AfD. Im Herbst wird in Bayern gewählt und zusammen mit dem neuen Ministerpräsidenten Markus Söder will "Heimat-Horst" der AfD den Wind aus den Segeln nehmen."

Die Schweizer NZZ macht die islamischen Verbände in Deutschland mit verantworltlich für den - wie das Blatt in einem Kommentar schreibt - "Krampf mit dem Islam in Deutschland". "Die Integration der Muslime funktioniert schlechter als diejenige anderer ausländischer Bevölkerungsgruppen. Das liegt auch daran, dass ihre Integration durch islamische Verbände und Moscheen, viele von Saudiarabien und der Türkei finanziert, aktiv hintertrieben wird. Oft führt der deutsche Staat ausgerechnet mit diesen Verbänden einen naiven Dialog. Der Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" kann bis jetzt auch als Einladung in die Parallelgesellschaft verstanden werden. (...) Der explizite Ausschluss des Islams, ausgesprochen vom deutschen Innenminister, ist dem Dialog nicht dienlich, eine explizite Einladung verfrüht. Erst sollen sich die islamischen Verbände in Deutschland verstärkt um die Integration bemühen."

Das "Handelsblatt" schreibt:

"Seehofers Gesellschaftsbild ist nicht heimatlich, sondern rückschrittlich.

Als erste Amtshandlung entfacht Heimatminister Seehofer eine plumpe, alte Islam-Debatte. Das ist nicht zeitgemäß."

CSU-Politiker unterstützen ihren Parteichef.

Oppositionspolitiker widersprechen Seehofer.

Und die AfD fühlt sich bestätigt und verbreitet ihre Ansichten ebenfalls im Internet.