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Italien beschlagnahmt Schiff von Flüchtlingshelfern

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Italien beschlagnahmt Schiff von Flüchtlingshelfern

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Ein Schiff einer Hilfsorganisation ist in Italien beschlagnahmt worden.

Das Schiff gehört der spanischen Gruppe „Proactiva Open Arms“, die im Mittelmeer Flüchtlingen hilft. Es liegt jetzt im Hafen von Pozzallo auf der Insel Sizilien.

Nach Angaben der Hilfsorganisation selbst wird sie in Italien jetzt als kriminelle Vereinigung beschuldigt, die die illegale Einwanderung fördere.

Zuvor war das Schiff in Konflikt mit der Küstenwache Libyens geraten, mit gut zweihundert Flüchtlingen an Bord.

Die Besatzung nahm nach Angaben ihrer Organisation die Menschen 73 Seemeilen vor der Küste auf, knapp innerhalb einer Zone von 74 Seemeilen, in der sich Libyen für zuständig erklärt hat.

Die Helfer ignorierten die Aufforderung der libyschen Küstenwache, ihr die Flüchtlinge zu übergeben, und brachten diese stattdessen nach Italien – daher dort nun die Beschuldigung und die Beschlagnahme.

Die libysche Küstenwache hingegen schilderte laut der Nachrichtenagentur DPA, sie sei zu dem ursprünglichen Flüchtlingsboot gerufen worden und dort, rund fünfzig Seemeilen vom Festland entfernt, an den spanischen Helfern vorbeigefahren.

Als die Migranten Flaschen geworfen hätten und einige ins Wasser gesprungen seien, habe man ihre Rettung der Hilfsorganisation überlassen. Die Helfer hätten aber Anweisungen ignoriert, obwohl die Libyer für den Einsatz zuständig gewesen seien.

Die Behörden in Italien beschlagnahmten auch schon letzten Sommer ein Schiff. Es gehört der deutschen Organisation „Jugend rettet“, die vor Gericht versucht, es zurückzubekommen.