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Dakhla: Crans Montana-Forum diskutiert Afrikas Zukunft

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Dakhla: Crans Montana-Forum diskutiert Afrikas Zukunft

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Das Crans Montana-Forum kehrt zum vierten Mal nach Dakhla in der Westsahara zurück. Alles dreht sich hier um Afrika und die Süd-Süd-Kooperation.

Mehr als 1.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern diskutieren über Themen wie Ernährungssicherheit, nachhaltige Landwirtschaft, öffentliche Gesundheit und erneuerbare Energien. Für den Präsidenten des Forums, Pierre-Emmanuel Quirin, wird Dahkla einmal mehr zur Hauptstadt der Welt: “Wir sind sehr froh darüber, dass sich die große afrikanische Familie wieder in Marokko eingefunden hat, um Erfahrungen und Visionen auszutauschen. Denn schließlich bieten wir eine Plattform an, um diesen Erfahrungsaustausch zu Themen wie Landwirtschaft, Fischereipotentialen, erneuerbaren Energien und Öko-Tourismus zu ermöglichen. In diesem Jahr, für ein paar Tage wird Dakhla die Hauptstadt eines ganzen Kontinents.”

Zum ersten Mal seit der Verlegung des “Crans Montana”Forums in die Stadt Dakhla im Jahr 2015 nimmt ein marokkanischer Regierungschef an diesem wichtigen Ereignis für den afrikanischen Kontinent teil. Saadeddine Othmani fördert Investitionen und Austausch zwischen den Ländern des afrikanischen Kontinents: “Es gibt ein neues afrikanisches Erwachen, um die Beziehungen zwischen afrikanischen Ländern in verschiedenen Bereichen zu verknüpfen. Auf der Ebene der wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit und des Handels müssen wir die Zusammenarbeit auf allen Ebenen verstärken. Der Handels und Investitionsverkehr in Afrika ist leider noch immer sehr schwach.”

Der südafrikanische Zulu-König Zwelithini Goodwill war der Stargast des Forum, in Begleitung einer 14-köpfigen Delegation. Ein Anliegen des Forums ist es, Entscheidungsträger und Experten in Themenkomplexe wie Landwirtschaft, Gesundheit und den Kampf gegen Armut und den Klimawandel einzubeziehen.

“Es gibt sehr viel Armut in Afrika. Das ist etwas, was sehr schmerzhaft für mich ist. Zu sehen, wie die Menschen auf der westlichen Seite in andere Länder gehen. So viele unserer Menschen fliehen aus ihrer Heimat”, sagt Goodwill.

Die frühere Stellvertretenden Innenministerin Sambias Grace Njapau setzt sich für die Belange von Frauen auf dem afrikanischen Kontinent ein: “Männer versuchen, Frauen an den Rand zu drängen. Aber wir sagen “nein”, wir sind jetzt weiter. Frauen müssen sich organisieren. Wir müssen genau wissen, was wir machen wollen und zu allererst wissen, wer wir sind. Wir sind Frauen, die die Welt verändern, die Afrika verändern können.”

49 afrikanische Länder waren in diesem Jahr anwesend, um über die Zukunft Afrikas und die Stadtentwicklung zu diskutieren – eine Herausforderung für den afrikanischen Kontinent. Souleymane Fall, Berater des senegalesischen Präsidenten Macky Sall sagte, dass die Geschlossenheit der afrikanischen Länder eine positive Entwicklung für Afrika darstellt: “Die Entwicklung ist vor allem eine Frage der Einstellung, ob die Afrikaner davon überzeugt sind, dass unser Kontinent mit all seinen Reichtümern weltweit führend sein kann. Er wird es mit dieser Überzeugung – mit dieser Einstellung sein und besonders mit unserer Geschlossenheit sein.”

Der Präsident der “Crans Montana”- Gesellschaft leitete die offizielle Preisverleihungszeremonie zusammen mit Reverend Jesse Jackson.

Mit dem “Prix de la Fondation 2018” wurden der ehemalige haitianische Präsident Michel Martelly, der Präsident der Parlamentarischen Versammlung der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Cédéao) Moustapha Cisse Lo und Debbie Remengesau, die First Lady der Palau-Inseln, ausgezeichnet.

Der frühere haitianischen Präsident setzt sich für einen Beitritt seines Landes zur Afrikanischen Union ein: “Haiti IST Afrika – denn unser Blut ist afrikanisch. Unsere Haut, unsere Kultur sind Teil der afrikanischen Diaspora. Wir sind Kinder Afrikas, also gehören wir zu diesem Kontinent. Jetzt geht es um eine einfach Formalität, dass es akzeptiert wird, aber eigentlich sollten wir schon der Afrikanischen Union angehören.”

Das Forum hat offiziell fast vierzig neue Köpfe der Zukunft 2018 nominiert. Unter ihnen ist auch der Prinz von Indien, Mansavi Atrey.

Nach zwei Tagen des Austauschs zu vielfältigen Themen wird das Forum in Dakhla an Bord des renommierten italienischen Kreuzfahrtschiffs “Rhapsody” bis zum 20.März fortgesetzt.

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