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Roter Halbmond: "4 Millionen Flüchtlinge untergebracht"

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Roter Halbmond: "4 Millionen Flüchtlinge untergebracht"

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euronews: Ich begrüße Dr. Kerem Kinik, den Vorsitzenden des Roten Halbmondes in der Türkei. Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser in Afrin verlassen. Wie hilft der Rote Halbmond diesen Menschen? Welche Unterstützung leisten Sie?

Dr. Kerem Kinik: Vor der „Operation Olivenzweig“ haben wir in den Regionen Edip und Azez Vorbereitungen für eine mögliche Ankunft von Flüchtlingen getroffen. Die Hauptarbeit war das Errichten von Flüchtlingslagern. Diese haben wir aufgestellt. Allerdings ließen YPG und syrische Truppen Menschen, die nach Edip, Azez oder Aleppo wollten, nicht durch. Insbesondere nach dem Beginn des Militäreinsatzes. Trotz der schwierigen Umstände sorgen wir in der Region durchgehend für Unterstützung.

euronews: Wie vielen Menschen helfen Sie in Syrien? Wie viele Syrer sind in der Türkei und wie viele erhalten Hilfe vom Roten Halbmond?

Kinik: In der Türkei befinden sich rund vier Millionen Flüchtlinge. Oder anders ausgedrückt: Wir haben vier Millionen Menschen untergebracht, die ihre Heimat aus Angst vor Waffengewalt und aus Angst vor dem Tod verlassen haben. Mindestens 3,5 Millionen davon sind Syrer. Wir als Türkischer Roter Halbmond unterstützen 1,3 Millionen von ihnen finanziell. Wir haben 250.000 Flüchtlinge in mehr als 30 Lagern untergebracht. Und wir bieten Unterricht für 250.000 syrische Kinder. Darüber hinaus versorgt das Gesundheitsministerium alle syrischen Flüchtlinge in der Türkei kostenlos. Mehr als 40 Millionen medizinische Untersuchungen wurden bislang durchgeführt. Fast 1,5 Millionen Operationen sind kostenlos vorgenommen worden, in den Krankenhäusern kamen bisher rund 200.000 Kinder zur Welt. All diese medizinischen Dienstleistungen wurden kostenfrei erbracht.

euronews: Erhalten Sie als Türkischer Roter Halbmond Unterstützung von der Europäischen Union? Und wie werden die EU-Hilfsmittel eingesetzt?

Kinik: Der Rote Halbmond wird von ECHO, dem EU-Amt für humanitäre Hilfe, erheblich unterstützt. Wir setzen die größten Mittel ein, die die Europäische Union bisher vergeben hat. Und zwischen Brüssel und Ankara wird ja über weitere drei Milliarden Euro gesprochen.