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Nach Tod von "Sudan": Forscher wollen Nördliche Breitmaulnashörner retten

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Nach Tod von "Sudan": Forscher wollen Nördliche Breitmaulnashörner retten

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Anfang der Woche mussten sich Tierschützer in Kenia von Sudan, dem letzten Bullen der Nördlichen Breitmaulnashörner, verabschieden. Sudan wurde im Alter von 45 Jahren aus Krankheitsgründen eingeschläfert.

Nach seinem Tod gibt es auf der Welt nur noch zwei Tiere dieser Unterart: Sudans Tochter und seine Enkelin. Forscher versuchen, den Fortbestand der Spezies zu retten - unter anderem am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW).

"Wir haben zwei Wege, die uns offen stehen: Eine Option ist die Stammzellenforschung, die immer noch sehr futuristisch ist, aber wir arbeiten daran. Aber der viel interessantere und ergreifbarere Weg ist momentan eine In-Vitro-Fertilisation", erklärt ein Sprecher des IZW, Steven Seet.

Wissenschaftler haben dem Nashornbullen vor seinem Tod noch Genmaterial entnehmen können. Dieses soll bei der künstlichen Befruchtung helfen.

Noch ein langer Weg

Forscher in den USA hoffen auf eine spezielle Technik, bei der die Samenzelle direkt in die Eizelle der beiden Weibchen eingespritzt wird (die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, ICSI). Die Embryos würden dann von weiblichen Südlichen Breitmaulnashörnern ausgetragen werden.

Dr. Durrant, eine Forscherin am San Diego Zoo Institute for Conservation Research sagt: "Wir werden mit sechs Weibchen Techniken der künstlichen Befruchtung und des Embryotransfers entwickeln, bevor wir riskieren, einen wertvollen Embryo eines Nördlichen Breitmaulnashornes in eines dieser Südlichen Breitmaulnashörner einzusetzen."

Der Weg zum Erfolg kann den Experten zufolge noch lang sein. Die Forscher sind aber zuversichtlich, dass eine Geburt irgendwann möglich sein wird. Eine erfolgreiche Schwangerschaft würde dann eine 18-monatige Wartezeit auf das Nashorn-Baby bedeuten.

Nördliche Breitmaulnashörner lebten einst in Teilen des Tschad, des Sudan, Ugandas, des Kongo und der Zentralafrikanischen Republik. Die Spezies gilt seit 2008 Experten zufolge als in der freien Wildbahn ausgestorben.