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Neue Proteste gegen Türkei in Afrin: "Überall ist Widerstand"

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Neue Proteste gegen Türkei in Afrin: "Überall ist Widerstand"

Neue Proteste gegen Türkei in Afrin: "Überall ist Widerstand"
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REUTERS/Khalil Ashawi
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Auf Fotos aus dem Stadtzentrum von Afrin stehen Menschen zwischen völlig zerstörten Gebäuden - offenbar verstört. Die Türkei lässt über die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu bekanntgeben, dass die gesamte syrische Region Afrin jetzt - zwei Monate nach Beginn der Offensive "Olivenzweig" in Nordwestsyrien - "vollständig" unter der Kontrolle der türkischen Truppen sei. Man helfe den Einwohnern dabei, in ihre Häuser zurückzukehren.

Es sollten jetzt Sprengkörper aus der Stadt entfernt werden.

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Afrin in SyrienREUTERS/Khalil Ashawi

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Türkische Soldaten in AfrinREUTERS/Khalil Ashawi

An diesem Samstag hat es in mehreren deutschen Städten Proteste gegen die Militäroffensive der Türkei in Syrien gegeben. "Überall ist Afrin - überall ist Widerstand" stand auf einem Plakat in Frankfurt am Main.

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Demonstration von Kurden in FrankfurtREUTERS / Kai Pfaffenbach

Auch in Hannover haben mehrere Hundert Kurden den Einmarsch türkischer Truppen auf syrisches Territorium verurteilt. Anlässlich des Newroz-Fests zum kurdischen Neujahr kamen am Samstag laut Polizei rund 400 Teilnehmer zu dem Treffen. Die Veranstalter, ein Bündnis von 27 Gruppen und Initiativen aus der Türkei, Iran, Irak, Afghanistan und Syrien, sprachen von 500 bis 600 Teilnehmern.

In verschiedenen kurdischen Dialekten kritisierten Redner in Hannover deutsche Waffenlieferungen an die Türkei, die gegen Kurden eingesetzt würden. Deutsche Leopard-2-Panzer der türkischen Armee waren auch im Stadtzentrum von Afrin zu sehen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte am Freitag mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan telefoniert und eine Waffenruhe in Syrien gefordert. Auch Angela Merkel hatte die Afrin-Offensive in ihrer Regierungserklärung kritisiert.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind durch die türkische Militäroffensive fast 170.000 Menschen vertrieben worden. Kinder, Frauen und Männer bräuchten nach ihrer Flucht aus Afrin dringend medizinische Hilfe, erklärte die WHO. Zur Zahl der Toten gibt es sehr widersprüchliche Angaben.

Die Türkei zählt nur getötete "Terroristen", d.h. Kämpfer der Kurdenmiliz YPG, die den Westen beim Einsatz gegen das Terrornetzwerk "Islamischer Staat" unterstützen.

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Protest gegen Afrin-Offensive in FrankfurtREUTERS / Kai Pfaffenbach