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Streunende Tiere in Griechenland: Gesetzentwurf zurückgezogen

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Streunende Tiere in Griechenland: Gesetzentwurf zurückgezogen

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Tierschützer hatten ihn heftig kritisiert: Nun ist der Gesetzentwurf, der Änderungen bei der Behandlung von Haustieren und streunenden Tieren vorgeschlagen hatte, in Griechenland zurückgezogen worden. Er sah unter anderem vor, dass Tierschützer bestraft würden, wenn sie den bedrohten Tieren helfen.

"In all den Jahren haben sich die Tierschutzorganisationen um die streunenden Tiere gekümmert, haben sie gepflegt. Die große Mehrheit der Gemeinden konnte das Problem nicht lösen, weil entweder nicht genügend Geld zur Verfügung stand, oder weil es ihnen egal war", sagt Sofia Tzoniki des griechischen Tierschutzverbands.

Ziel des Gesetzentwurfes war es unter anderem, die Verantwortung über die streunenden Tiere an die Gemeinden zu übertragen. Die Vierbeiner sollten unter anderem im Internet zur Adoption freigegeben werden, auf den Webseiten der Kommunen.

Tierschützer hätten Geld- oder sogar Haftstrafen erhalten, wenn sie sich um die Vierbeiner gekümmert hätten. Tierschutzgruppen haben mindestens 14 Punkte des Entwurfs als "unakzeptabel" zurückgewiesen.

Vana Theodoridou, die Leiterin eines Tierheims erklärt: "2006 und 2007 haben wir mit der Gemeinde Markopoulo für eine bestimmte Geldsumme zusammengearbeitet, für Sterilisationen. Und dann nichts mehr."

Zusammenarbeit soll helfen

Der Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Evangelos Apostolou, plant, einen neuen und verbesserten Vorschlag in etwa einem Monat vorzulegen. Das Ministerium will unter anderem versuchen, die Zahl der streunenden Tiere zu begrenzen.

Die Strafen für das Aussetzen von Hunden und anderen Haustieren sollten drastisch verschärft werden. Außerdem sollten die Besitzer eine Art "Pass" für ihre Haustiere beim Spazieren dabei haben. Auch neue Vorschriften bezüglich des Kastrieren und der Identifizierung waren vorgesehen.

Für viele liegt der Erfolg in der Zusammenarbeit der Tierschutzgruppen und der Gemeinden.

"Was wir wirklich brauchen, ist eine intensive Abstimmung mit den Gemeinden und den Tierschutzorganisationen", meint die stellvertretende Bürgermeisterin in Athen, Lenio Myrivili. "Wir müssen herausfinden, wie wir vorwärts kommen können. Dieses Gesetz wirft uns nämlich zurück."

Theodora Iliadi, Euronews:

"Das Ausschließen der Tierschutzorganisationen, wie es das zurückgezogene Gesetz vorsah, würde unmittelbare Auswirkungen auf die streunenden Tiere haben, die diesen Organisationen übergeben werden. Die Tierschützer geben ihnen die nötige Liebe und die Sorgfalt, die sie brauchen, um die erlittenen Misshandlungen zu überleben."