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Trockner statt Gehaltserhöhung? Whirlpool-Angestellte sind wütend

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Trockner statt Gehaltserhöhung? Whirlpool-Angestellte sind wütend

Waschmaschinen in einem Whirlpool-Werk in Ohio, 3. Okotober 2017
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REUTERS/Aaron Josefczyk
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Zunächst dachten die Gewerkschaften an einen Scherz. Bei der jährlichen Gehaltsverhandlung für die Angestellten des Whirlpool-Werks im französischen Amiens forderte die Arbeitnehmervertretung vier Prozent mehr Lohn.

Die Direktion bot im Gegenzug... einen Wäschetrockner an.

"Uns mit einem Trockner bezahlen, das haben wir noch nie gesehen! Bezahlen wir Metzger in Schinkenscheiben?", ärgerte sich Frédéric Chantrelle, Delegierter der Gewerkschaft CFDT gegenüber der Tageszeitung Le Monde. "Das ist doch ein Witz. Wir wollen Kaufkraft, nicht Heimwerkerartikel."

Vier Prozent mehr Gehalt entsprächen bei einem 2000 Euro-Bruttogehalt 80 Euro pro Monat.

Die Fabrik wird trotz Rekordeinnahmen des Unternehmens in zwei Monaten geschlossen und nach Polen verlegt, wie den Mitarbeitern im vergangenen Jahr mitgeteilt wurde.

Tatsächlich hatten die Arbeitnehmer von sich aus vor einiger Zeit einen Trockner gefordert - allerdings im Rahmen eines Bonusprogramms des Betriebsrats - nicht anstelle von Gehaltserhöhungen.

2002 hatte das Unternehmen den Angestellten einen Trockner im Austausch für einen Arbeitstag gegeben, der zwischen 300 und 400 Euro wert war.

Das jetzt angebotene Gerät hat nach Angaben der Gewerkschaft einen Wert von rund 150 Euro.

Nach heftiger Kritik seitens der Belegschaft und zahlreicher französischer Medienberichte wurde der neue Termin für die Verhandlungen vorgezogen. Die Gewerkschaft zieht nach Angaben von Chantrelle zu Beginn der kommenden Woche Proteste in Betracht.

Whirlpool ist das zweitgrößte Hausgeräteunternehmen der Welt und erzielte im Jahr 2016 einen Umsatz von 20,7 Milliarden US-Dollar (19 Milliarden Euro) und einen Jahresüberschuss von 888 Millionen US-Dollar (815 Millionen Euro).

Euronews hat Whirlpool für eine Stellungnahme kontaktiert. Da die Verhandlungen noch im Gange sind, wollte sich das Unternehmen zu dem Fall nicht äußern.