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Aluminiumproduktion - Was tun mit jährlich 150 Millionen Tonnen "Redmud" ?

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Aluminiumproduktion - Was tun mit jährlich 150 Millionen Tonnen "Redmud" ?

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"Redmud", Rotschlamm ist ein echtes Problem bei der Herstellung von Aluminium. Es ist ein Abfallprodukt, das zwar nicht giftig ist soweit man weiß, aber jedes Jahr fallen davon 150 Millionen Tonnen an. Und bisher hat sich keine sinnvolle Verwendung für den sehr eisenhaltigen Schlamm gefunden, weniger als 2 Prozent werden zur Zeit wiederverwendet.

In experimentellen Metallurgielaboren in Deutschland und Belgien wird untersucht, wie der Abfall der Primäraluminiumproduktion wiederverwertet werden kann. Um effiziente und nachhaltige Methoden zu entwickeln, brauchen die Forscher Öfen, die etwa 1400ºC erreichen.

Die Abfälle werden mit Kohlenstoff vermischt und bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen. Das so entstandene Gemisch ist eine Fundgrube an Rohstoffen, die in der Stahlindustrie wiederverwendet werden können. Das Problem hier - man muss die wertvollen Inhaltsstoffe noch extrahieren.

Der thermische Ansatz ist ein Weg, aber es gibt noch mehr Möglichkeiten, Rotschlamm zu recyceln. In Belgien werden die Reste der Aluminiumproduktion bei etwas niedrigeren Temperaturen - um die 1300ºC - erhitzt. In Leuven wird der Rotschlamm zu einer Art Glas geschmolzen, das dann weiter verwendet werden kann.

Das Material, das dabei entsteht, wird erst einmal genauestens analysiert, um seine Inhaltsstoffe zu bestimmen. Man kann genau quantifizieren, welche Elemente enthalten und in welcher Konzentration vorhanden sind – bis hinunter bis zu wirklich niedrigen Konzentrationen von Silizium, Aluminium, Kalzium, Natrium oder Sauerstoff.

Die glasartige Schmelze wird gemahlen und dann mit Sand und Graphit zu Bauelementen wie Ziegeln, Zusätzen, Dachziegeln oder Fliesen vermischt.

Für die Wissenschaftler ist wichtig,das die globale Kohlendioxidproduktion verringert wird. Das recycelte Rohmaterial hat einen kleinen ökologischen Fußabdruck, diese Produkte sind grüner, weil nur Rückstände verwendet werden. Trotzdem ist das Material sehr haltbar.

Die Wissenschaftler sind optimistisch; sie hoffen, das sich die Menge an recyceltem Rotschlamm in den nächsten 10 Jahren verfünffacht.

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