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Lawrow: "Schlimmer als im Kalten Krieg"

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Lawrow: "Schlimmer als im Kalten Krieg"

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Moskaus Beziehungen zum Westen sind wegen der Skripal-Affäre so schlecht wie lange nicht mehr. Schuld daran sind nach Ansicht des russischen Außenministers Sergej Lawrow vor allem Großbritannien, die USA und zahlreiche andere Staaten. Die britische Regierung macht Moskau für den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia in Großbritannien verantwortlich.

Aus Solidarität mit London hatten die USA und viele EU-Länder, darunter auch Deutschland, rund 140 russische Diplomaten ausgewiesen. Moskau verwies im Gegenzug ebenso viele Diplomaten des Landes.

"Viele halten die jetzige Situation für schlimmer als im Kalten Krieg. Denn damals wurden wenigstens gewisse Regeln des Anstands befolgt," wetterte der russische Außenminister und sagte: "Es gibt andere Erklärungen für die Vergiftung. Experten sagen, dass der britische Geheimdienst dahinter steckt - der hat ja bekanntermaßen die Lizenz zum Töten. Außerdem könnte der Fall der britischen Regierung nutzen, da die wegen nicht erfüllter Versprechen im Zusammenhang mit dem Brexit unter Druck steht."

Er hoffe, dass sich der Zustand von Sergej Skripal bald bessere, sagte Lawrow außerdem und bekräftigte zudem die Forderung nach Kontakt zu Julia Skripal. Ihr Gesundheitszustand hat sich inzwischen gebessert, ihr Vater Sergej ist weiterhin in kritischer Verfassung.

Am 4. März 2018 war Sergej Skripal zusammen mit seiner 33-jährigen Tochter Julia Skripal, die am Vortag aus Russland zu Besuch gekommen war, in Salisbury vergiftet worden. Da es sich bei dem eingesetzten Wirkstoff um einen Nervenkampfstoff handelt, der nur in staatlichen Militäranlagen aufbewahrt wird, fiel der Verdacht schnell auf den russischen Geheimdienst.