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"Bestrafe einen Muslim"-Tag wird zu #ProtectAMuslimDay

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"Bestrafe einen Muslim"-Tag wird zu #ProtectAMuslimDay

Besucherinnen der Islamkonferenz UOIF in Frankreichs Le Bourget
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REUTERS/Gonzalo Fuentes
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In Großbritannien haben zahlreiche Gemeinden auf einen Aufruf zur Gewalt gegen Muslime reagiert. IN einem Brief, der im vergangenen Monat an Empfänger in Ost-London, den Midlands und Yorkshire verteilt wurde, hatte den 3. April zum Punish a Muslim Day (Bestrafe einen Muslim-Tag) erklärt.

Der Aufruf war auch in sozialen Netzwerken verbreitet worden.

In dem Brief wurde ein Punktesystem für eine bestimmte Gewalttaten gegen Menschen muslimischen Glaubens, darunter das Entreißen eines Kopftuchs oder das Verprügeln einer Person, vorgeschlagen.

In viralen Whatsapp-Nachrichten wurden daraufhin zahlreiche Menschen vor Gewalt gewarnt und teilweise dazu aufgerufen, das Haus nicht zu verlassen, wie eine Journalistin auf Twitter mitteilte.

"Ich habe Whatsapp-Nachrichten, Snapchats, Facebook-Nachrichten etc. gesehen, die Muslimen, insbesondere Hijabi-Frauen, sagen, dass sie morgen nicht rausgehen sollen, weil sie "Einen Muslim bestrafen sollen". Jede Frau sollte tun, wobei sie sich wohl fühlt, aber ich entscheide mich für meinen normalen Tag."

Im ganzen Land sind spontan Gegenaktionen ins Leben gerufen worden, darunter das "Love a Muslim Event" in der Gemeinde Nottingham, zu dem verschiedene Künstler eingeladen wurden.

Die Organisatoren erklärten auf Facebook, die Veranstaltung sei die "Möglichkeit der guten Menschen in Nottingham solidarisch zusammenzustehen, um zu zeigen, dass man in der Stadt, die man liebt, Seite an Seite leben kann.

Facebook Farouk Azam

Die Polizei hatte am Montag auch per Twitter vor "anti-muslimischen" Flyern gewarnt.

Jamilla Hekmoun, eine 24-jährige Forscherin, und Umar, eine 22-jährige Studentin aus London, sahen die Verbreitung des Briefes in sozialen Medien und beschlossen, den Hashtag #ProtectAMuslimDay (Beschütze einen Muslim Tag) zu schaffen.

In einem Interview mit der britischen Presse sagte Hekmoun, dass sie sich besorgt fühlten, dass nichts getan wurde, damit sich die Menschen sicher fühlen.

"Die Regierung hat nicht gesagt, von wem die Briefe kamen und wie viele verschickt wurden, also bekamen die Leute noch mehr Angst - wegen Mangels an Informationen."