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Polens innovative Startup-Szene

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Startups in Polen treiben das kontinuierliche Wirtschaftswachstum des Landes voran. Laut einer Umfrage von Startup Poland gehören Big Data, IoT und Biotech zu den wichtigsten Sektoren. Rund die Hälfte exportiert ins Ausland, etwa ein Viertel beschäftigt ausländische Mitarbeiter. Spotlight schaut sich einige der erfolgreichsten Startups Polens an.

Quotiss bringt Containerversand online

Erste Station: ein Startup-Inkubator, der Google Campus in einer ehemaligen Wodka-Fabrik in Warschau. Hier sitzt Quotiss, dessen Online-System Frachtunternehmen hilft, ihre Lieferungen zu koordinieren. Gegründet wurde das Startup von einem ehemaligen Mitarbeiter einer weltweit führenden Reederei.

“Man könnte denken, der Containerversand sei digitalisiert und modern. Doch fast alles findet offline statt, vieles wird manuell und basierend auf Excel-Tabellen bearbeitet. Wir schaffen die Excel-Tabellen ab, digitalisieren alles und bringen es in die Cloud”, erzählt Marcin Zarzecki der Geschäftsführer von Quotiss.

“Die Arbeit auf dem Google Campus ist nicht immer nur rosig, auch wenn viele Leute denken, hier wird nur cooles Zeug und Kreatives gemacht. Nein, es ist harte Arbeit, Aber die Atmosphäre, die ganze Umgebung und die Unterstützung dieses Systems sind inspirierend. Wenn Sie eine Firma gründen wollen und eine gute Idee haben, dann ist es genau der richtige Zeitpunkt, das in Polen zu tun.”

United Robots baut lasergesteuerten Cyborg

Unser Roadtrip durch Polen führt uns nach Lodz südwestlich von Warschau, zu einem anderen Startup-Inkubator für High-Tech. United Robots entwickelt einen Cyborg mit lasergesteuerter Navigation für den Einsatz in der Putzkolonne, zum Bestücken von Regalen in Supermärkten oder zum Sortieren von Briefen und Paketen: Der Roboter kann Tausende – sogar Millionen – von Koordinaten um ihn herum und auf seinem Weg lokalisieren, um zu bestimmen, was er anpeilt oder was er umgehen muss.

“Unsere Technologie kartiert die Umgebung und analysiert sie mit einem Laser, der die Umgebung des Roboters scannt und es dem Roboter dann ermöglicht, die Umgebung in seinem Gedächtnis abzubilden. Wir haben einige Pilot-Tests bei der polnischen Post gemacht und da hat es funktioniert”, so United Robots Geschäftsführer Dariusz Mankowski.

Stethoskop-App, digitales Bücherabo und mehr: SpeedUp investiert in vielversprechende Startups

Nun zu einem polnischen Finanzunternehmen, das andere vielversprechende Start-ups unterstützt. Drei Jungs, die ihr Geld in der Werbebranche gemacht haben, haben SpeedUp gegründet, darunter der Teilhaber Bartek Gola. Er zeigt uns eine E-Book-App, in die sie investiert haben. “Legimi ist eine App, die Spotify sehr ähnlich ist. Nur anstelle von Musik leiht die App E-Books gegen eine monatliche Gebühr aus.”

“Wir investieren in einer Phase, in der ein Unternehmen noch keine Einnahmen hat. Das ist unser Geschäftsmodell. Wir suchen die großen Unternehmer, die großen Talente, also eine Kombination aus technischem Geschick, Unternehmergeist und der Bereitschaft zu kämpfen”, erklärt Bartek Gola. “Versagen bedeutet nicht, dass man falsch liegt. Fünfzig Prozent unserer Unternehmen scheitern, das ist Teil unseres Geschäftsmodells. Wenn sie geschickt sind und aus ihren Fehlern lernen ist es für uns trotzdem ein gutes Team.”

Ein SpeedUp-Startup, das gescheitert ist und es wieder versucht ist StetHome. Das Team entwickelt ein Stethoskop und eine App, die Familien nutzen können. “ Es soll Ärzten und Patienten dabei helfen, Lungengeräusche zu bestimmen. Dies ist besonders für Kinder sehr wichtig und die Frage, ob wir Antibiotika anwenden sollen oder nicht”, führt Bartek Gola aus.

DocPlanner: Arztbesuche online organisieren

Und wenn Sie doch einen Arzt brauchen? DocPlanner hilft Ihnen bei der Suche und der Terminvereinbarung, das System enthält außerdem Bewertungen von anderen Patienten. Und nein, Ihre Daten werden nicht verkauft. Die Firma ist weltweit tätig, nachdem sie eine spanische Firma mit Verbindungen nach Südamerika gekauft hat. Das Arbeitsumfeld ist passend, die Interviews werden im Krankenwagen geführt.

“Wir bieten einen sogenannten Marktplatz für Patienten, wo sie ihre Buchungen machen können, und wir haben eine Software für die Ärzte etnwickelt, mit der sie ihren Patientenfluss verwalten können. Wir fügen hier auch neue Funktionen hinzu, zum Beispiel einen Messanger-Dienst zwischen Patient und Arzt”, sagt der Finazchef von DocPlanner Peter Bialo.

“Wir nennen unser Mitarbeiter Teammitglieder, wir haben insgesamt 500. Sie arbeiten in kleinen funktionsübergreifenden Teams, jedes Team hat einen sehr kleinen Aufgabenbereich, so dass sie sich wie eigene kleine Start-ups fühlen.”

Schneller Einschlafen dank Nightly

Und wenn Sie keinen Arzt brauchen, nur einen guten tiefen Schlaf? Nightly ist eine App, die die Pillen ersetzen kann, die Sie dafür vielleicht brauchen. Die App hat eine erste klinische Studie durchlaufen und zählt bisher etwa 4.000 Nutzer. Nightly besteht aus einem Kernteam von zwei Dutzend Personen, darunter Ärzten und Psychologen, die sich mit anderen von außerhalb vernetzen.

“Wir benutzen die Klangstimulation, um Ihren Schlaf zu verbessern. Wir zeigen nicht nur, wie gut Sie geschlafen haben, sondern wir verbessern ihren Schlaf auch. Damit unterscheiden wir uns”, so der Geschäftsführer von Nightly Lukasz Mldyszewski. “In ein paar Jahren wollen wir, dass unsere App als Medikament zugelassen wird. So könnten wir eine Wahl anbieten: statt Pillen mit Nebenwirkungen zu schlucken einfach unsere App starten und dadurch schneller einschlafen!”