Eilmeldung

Eilmeldung

Fall Skripal - OPCWSitzung in Den Haag

Sie lesen gerade:

Fall Skripal - OPCWSitzung in Den Haag

Schriftgrösse Aa Aa

Auf Wunsch Russlands trifft sich die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen in Den Haag hinter verschlossenen Türen. Russland hatte die Sondersitzung beantragt; dabei sind Grossbritannien und Russland aneinandergeraten. Die britische Delegation nannte die russische Forderung nach einer gemeinsamen Untersuchung des Giftanschlags pervers, das treffen sei rein taktisch:

Dr. Ralph Trapp, Abrüstungsexperte

"Es mag wie ein Versuch aussehen, die Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu lenken, aber ich denke, es gehört eigentlich zu einer Diskussion in unserer Organsiation: wenn es einen Vorwurf gibt, dass dies ein Einsatz von chemischen Waffen war, dann beinhaltet dies auch einen Vorwurf, dass es ein nicht deklariertes, geheimes Chemiewaffenprogramm gegeben hat, das dann ebenfalls aufgeklärt werden muss."

"Jetzt ist vielleicht wichtiger, was die heutigen Ergebnisse im Exekutivrat für den anschließenden Prozess sein werden. Welche Art von Mechanismen, welche Art von Diskussionen sind nötig, um das Problem zu lösen, anstatt nur zu versuchen, es in den Medien auszuspielen und öffentliche Anschuldigungen zu erheben."

Die Stimmung ist geprägt von einem Klima gegenseitiger Beschuldigungen, wissenschatliche Ergebnisse der bisherigen Ermittlungen lassen allerdings kaum Rückschlüsse zu.

Dr Ralph Trapp, Abrüstungsexperte

"Das Gebiet der chemischen Forensik ist noch recht neu, es entwickelt sich noch. Es gibt keine universellen Datenbanken, auf die man einfach zugreift um herauszufinden, welche chemischen Signaturen zu erwarten wären, und es ist eine Frage, ob man Zugang zu diesen Materialien in den Labors hat oder nicht."

Das OPCW hat Proben vom Ort des Angriffs in Salisbury genommen und lässt sie in zwei unterschiedlichen Laboratorien testen. Ergebnisse sollen nächste Woche vorliegen.