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Terry Gilliam inszeniert Berlioz als Feuerwerk der Dramatik

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Terry Gilliam inszeniert Berlioz als Feuerwerk der Dramatik

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Es ist ein spektakuläres, cineastisches und farbenfrohes Universum - kreiert von Monty- Python-Mitbegründer Terry Gilliam. Der legendäre Filmregisseur ließ seiner außergewöhnlichen Fantasie in Berlioz-Meisterwerk "Benvenuto Cellini" freien Lauf.

Denn: "Ich inszeniere keine Opern, ich versuche Shows auf die Beine zu stellen," sagt Gilliam und erklärt: "Ich wollte, dass es wirklich wie im 18. Jahrhundert ist, für den kleinen Mann, rau, wild und fantastisch. Die Musik ist so monumental und in alle Richtungen extrem. Sie erreicht ungeahnte Höhen der Schönheit und Zartheit ebenso wie die Tiefen der Vulgarität. Sie ist Tragödie, Abenteuer, alles. Würde Berlioz heute leben, er wäre ein grandioser Filmemacher."

Berlioz' erste Oper basiert auf Memoiren des großen Renaissance-Bildhauers und Goldschmieds Benvenuto Cellini.

In den Titelpartien: der amerikanische Tenor John Osborn und die südafrikanische Sopranistin Pretty Yende.

Pretty Yende ist vollkommen begeistert: "Seine Musik ist so grandios und überraschend. Manchmal hat man das Gefühl, die musikalische Phrase geht weiter, oder entwickelt sich so, wie die meisten Komponisten es machen würden, aber dann führt er einen ganz woanders hin."

Die Handlung konzentriert sich auf Cellinis Liebe zu Teresa und darauf wie er seinen Rivalen ausschaltet, indem er seine bronzene Perseus-Statue rechtzeitig fertigbekommt.

John Osborn ist von Gilliams Bilderwelt beeindruckt: "Dieses Universum ist das Terry-Gilliam-Land. Es basiert auf seinen Illustrationen, die zum Leben erweckt werden. Da ist zum Beispiel der wunderbare Karneval, der so aufregend anzuschauen ist.

Terry Gilliam erzählt: "Beim Karneval wird die Welt auf den Kopf gestellt....diese Energie, der Rausch, der Wahnsinn. Das alles ist Teil des kreativen Prozesses. Wenn man das nicht hat, kann man nichts Großes schaffen."

Pretty Yende: "Es ist ein Feuerwerk an Intensität und Dramatik, wie ich es noch nie zuvor in einer Oper erlebt habe."

Der visionäre Komponist, der Protagonist der Oper und Terry Gilliam sind in gewisser Weise seelenverwandt.

"Ich identifiziere mich in vielerlei Hinsicht mit ihnen," sagt Gilliam. "Ganz gleich, welche künstlerischen Prozess sie verfolgten, es war ein Kampf und das Endergebnis ist so wunderbar. Das ist mein Traum, dass egal wie sehr man kämpfen muss, man am Ende etwas Wunderschöne geschaffen hat."

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