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Assistenzroboter helfen Demenzkranken

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MARIO kommuniziert mit dementen Patienten, er kann mit ihnen reden, er spielt Musik und versorgt sie mit aktuellen Nachrichten. Wie geht das, wie weit geht das, was wäre noch möglich? An diesen Fragen arbeiten Forscher in europäischen Forschungsprojekten und in Pflegezentren wie zum Beispiel im irischen Galway.

Die Wissenschaftler wissen, dass Roboter menschliche Zuwendung nicht ersetzen können. Aber Roboter könnten demente Menschen in Momenten der Einsamkeit oder Isolation ansprechen. Denn irgendwie ist Mario ist in der Lage, ihr Gedächtnis anzusprechen - zumindest für eine Weile.

ADAM SANTORELLI, Elektroingenieur, National University of Ireland, Galway

"Menschen mit Demenz haben vielleicht kein Kurzzeitgedächtnis mehr, aber sie erinnern sich zum Beispiel an Texte von Liedern, die sie aus ihrer Jugend kennen. Es ist wirklich schön anzusehen - und es macht sie wirklich glücklich."

Demenzfolgen können durch einfache Veränderungen in der Selbstwahrnehmung und durch Hirnstimulation verhindert oder zumindest gemildert werden.

DES O´DOHERTY ist dement:

"Ich kann mich zum Beispiel nicht erinnern, wie spät es ist, wann ich zum Frühstück gehen muss, wann ich auf die Toilette muss. Diese Maschine könnte mir helfen, Informationen zu bekommen, mich daran zu erinnern, was ich eigentlich tun wollte".

Mario motiviert Patienten zu kommunizieren, hier liegt Mario´s Hauptaufgabe. Die Herausforderungen waren enorm, sagen die Wissenschaftler.

ADAM SANTORELLI, Elektroingenieur, National University of Ireland, Galway

"Etwas so Einfaches wie die Frage, ob man Musik abspielt oder eine andere aussucht, so etwas ist für jemanden mit Demenz oft eine Herausforderung. Zuerst dachten wir, es sei ganz einfach, aber dann haben wir gesehen, dass es für jemanden mit Demenz schwer war. Das wurde dann ein iterativer Entwicklungsprozess, ein sich nähern. Wir haben uns ein Design ausgedacht, es probiert und festgestellt, dass es zu kompliziert sein könnte. Also haben wir die Software-Ingenieuren gebeten, die Auswahlmöglichkeiten so zu verändern, dass sie für Menschen mit Demenz einfacher und leichter nutzbar sind."

MARIO wurde als europäisches Forschungsprojekt entwickelt, und er wurde von dutzenden Demenzkranken in England, Italien und Irland getestet.

SALLY WHELAN, Pflegewissenschaftlerin, National University of Ireland, Galway

"Wir hatten einen Herrn mit schwerer Demenz. Er verbrachte seine Tage allein in den Gängen, ohne jede Interaktion, er kommunizierte mit niemandem. Aber bei Marios Spielprogrammen setzte er sich tatsächlich hin und benutzte ein Malprogramm; er malte tatsächliche eine knappe dreiviertel Stunde…"

Die Entwickler sagen, die Technologie sei fast fertig. Mario könnte in fünf oder sechs Jahren auf den Markt kommen.

PROF. DYMPNA CASEY ist die Projektkoordinatorin für MARIO an der National University of Ireland, Galway

"Es könnte schneller gehen, Innovationen passieren jetzt sehr, sehr schnell. Es könnte also früher werden. Aber es braucht noch etwas Feinabstimmung bis zur Marktreife."

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