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Deutsche Exporteure zittern: Neue Trump-Attacke im Handelskonflikt mit China

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Deutsche Exporteure zittern: Neue Trump-Attacke im Handelskonflikt mit China

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Handelsstreit, nächste Runde: US-Präsident Donald Trump legt im Konflikt mit China nach und droht mit zusätzlichen Zöllen im Volumen von 100 Milliarden Dollar (rund 82 Milliarden Euro).

Er habe die Handelsbeauftragten der US-Regierung damit beauftragt, über die Zusatzzölle nachzudenken, so Trump. Dies geschehe im “Licht von Chinas unfairer Vergeltung” gegen die vorangegangen US-Zollentscheidungen. Trump warf China erneut vor, sich auf unfaire Art und Weise geistiges Eigentum der USA zu beschaffen. Trumps Ankündigungen lösten an den Börsen Verkäufe aus.

ERSTES SCHARMÜTZEL

Erst vor wenigen Tagen hatten die USA Importzölle von 25 Prozent auf 1.300 chinesische Güter im Gesamtwert von 50 Milliarden Dollar (rund 41 Milliarden Euro) auf den Weg gebracht. Damit soll unter anderem die Technologiebranche getroffen werden. Die Regierung in Peking hatte umgehend mit Zollplänen für 106 US-Waren in ähnlicher Größenordnung gekontert - etwa für Sojabohnen, Autos, Chemieprodukte und Flugzeuge.

Die Abfolge von Zöllen und Vergeltungsmaßnahmen haben Sorgen geschürt, dass die beiden weltweit führenden Volkswirtschaften in einen Handelskrieg geraten könnten, der das globale Wachstum abwürgen könnte.

DEUTSCHLAND ZWISCHEN ALLEN STÜHLEN

Der Export-Europameister sitzt zwischen den Stühlen der global dominierenden Wirtschaftsmächte USA und China. Die deutsche Wirtschaft drohe in einen Abwärtsstrudel gezogen zu werden, warnt DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag)-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Entsprechend zurückhaltend fällt die deutsche Reaktion auf die wechselseitigen Zolldrohungen aus, mit denen sich die USA und China überziehen. “Die Zollerhebungen seitens China als Reaktion auf die US-Zölle kommentieren wir nicht”, ließ Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nach den Osterfeiertagen verkünden. Zur wichtigen Frage, ob und welche Auswirkungen sich hieraus für die EU oder Deutschland ergeben könnten, schweigt sein Ministerium.

Deutlicher werden da die Verbände. “Bei einem Handelskonflikt zwischen den USA und China bleiben deutsche Unternehmen nicht außen vor”, so Wansleben. Schließlich gehe es hier um zwei der drei wichtigsten Auslandsmärkte. Deshalb droht Deutschland, als Verlierer aus dem Handelsstreit hervorzugehen. Der Internationale Währungsfonds warnt bereits seit langem, dass Deutschland wegen seiner Exportstärke wie kaum ein anderer Staat anfällig für Schocks von außen ist.

Bezogen auf das Handelsvolumen - die Summe von Ex- und Importen - war China mit 186,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr der wichtigste Partner Deutschlands in der Welt. Die USA liegen mit 172,6 Milliarden Euro nach den Niederlanden auf Platz drei.

su mit Reuters, dpa