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US-Handelsstreit: China will "bis zum Ende durchhalten"

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US-Handelsstreit: China will "bis zum Ende durchhalten"

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Der Handelskonflikt zwischen China und den USA eskaliert wieder. Scharf reagierte Peking auf die überraschende Drohung von US-Präsident Donald Trump mit weiteren Strafzöllen auf Importe im Wert von 100 Milliarden Dollar (rund 82 Milliarden Euro) und drohte mit Vergeltung. Der Sprecher des Handelsministeriums in Peking, Gao Feng, stellte einen «sofortigen und harten Gegenschlag» in Aussicht. Unter diesen Umständen werde es auch unmöglich, über die Probleme noch zu verhandeln.

Gao Feng, Sprecher des chinesischen Handelsministeriums:

„Wenn die Vereinigten Staaten sich versteifen auf ihren Unilateralismus- und Handelsprotektionismus in völliger Missachtung der Einsprüche von China und der internationalen Gemeinschaft, wird China das bis zum Ende durchhalten – egal was es kostet.“

UN-Generalsekretär António Guterres warnte nachdrücklich vor einer Eskalation – die unter anderem die deutschen Exporteure empfindlich treffen würde. Zusammen stehen China und die USA für rund 15 Prozent des gesamten deutschen Außenhandels.

António Guterres, UN-Generalsekretär:

"Handelskriege sind immer schlecht für die Beteiligten und für die internationale Wirtschaft insgesamt. Wir müssen internationale Zusammenarbeit suchen, wo immer ein Problem auftaucht. Wir brauchen den Dialog."

ZANK MIT DER "BANK"

Misslich für die USA - abgesehen vom bedrohten Geschäft der eigenen Exporteure: China ist seit Jahren der größte Gläubiger und wichtigste Finanzier der USA. Und Trump wird die Verschuldung der USA durch seine Steuerreform auf neue Höhen treiben. Chinesische Gläubiger halten aktuellen Zahlen des US-Finanzministeriums zufolge knapp 1,2 Billionen Dollar (1.000 Milliarden Euro), rund 108 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2017, nach 65 % 2010) an amerikanischen Staatsanleihen und weiteren US-Papieren.

Vertreter der chinesischen Führung hätten empfohlen, die Käufe von US-Staatspapieren zu verringern oder gar zu stoppen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg im Januar mit Bezug auf Insider. Die Empfehlung habe auch mit den handelspolitischen Spannungen mit den USA zu tun. Die Reaktion damals: Der US-Dollar wurde deutlich geschwächt, das trieb den Euro in die Höhe.

Sigrid Ulrich mit dpa, Reuters