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Lula mit erhobener Faust ins Gefängnis

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Lula mit erhobener Faust ins Gefängnis

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Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat sich nun doch den Behörden gestellt, um seine Haftstrafe anzutreten. Seine Anhänger wollten ihn allerdings zunächst nicht ziehen lassen. Hunderte blockierten einige Stunden lang die Ausgänge des Sitzes der Metallarbeitergewerkschaft in São Paulo.

Nach seiner Festnahme wurde er in das Hauptquartier der Bundespolizei in der südbrasilianischen Stadt Curitiba gebracht. Lula war wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

Seine Anwälte hatten bis zuletzt alle möglichen Rechtsmitteln eingelegt, auch beim UN-Menschenrechtsausschuss hatten sie eine einstweilige Verfügung beantragt.

Lula hatte vor dem Gewerkschaftsgebäude noch eine flammende Rede gehalten.

"Ich habe schon vor langer Zeit davon geträumt, dass es in diesem Land möglich ist, Millionen armer Menschen in die Wirtschaft einzubeziehen, an die Universitäten zu schicken und Millionen Arbeitsplätze zu schaffen", sagte Lula. "Dieses Verbrechen habe ich begangen. Dafür klagen sie mich an. Wenn es ein Verbrechen ist, einen Armen an die Universität zu bringen, einen Schwarzen an die Universität zu bringen, einen Armen ein Auto kaufen zu lassen oder im Flugzeug fliegen zu lassen, werde ich weiterhin ein Verbrecher in diesem Land sein, denn ich werde noch viel mehr tun."

Lula ist in den Skandal um Schmiergelder bei Auftragsvergaben an den staatlichen Ölkonzern Petrobras verwickelt. Unter anderem soll er von dem Bauunternehmen OAS die Renovierung eines Luxus-Appartements angenommen haben. Er selbst sieht sich als Opfer einer Verschwörung rechter Politiker und der Medien, die seine Rückkehr an die Staatsspitze verhindern wollen.