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Mutmaßlicher Täter von Münster Jens R. (48) war der Polizei bekannt

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Mutmaßlicher Täter von Münster Jens R. (48) war der Polizei bekannt

Mutmaßlicher Täter von Münster Jens R. (48) war der Polizei bekannt
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REUTERS/Wolfgang Rattay
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Warum hat ein Mann an einem frühlingshaft schönen Samstagnachmittag seinen VW-Bus in eine Menschenmenge gesteuert? Sein Ziel war offenbar die Traditionskneipe "Großer Kiepenkerl", ein bürgerliches Lokal, vor dem die Leute in der Sonne saßen.

Am Sonntag hat Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt für die Staatsanwaltschaft Münster erklärt: "Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen handelt es sich bei dem Fahrer vermutlich um einen 48-jährigen Mann aus Münster. Bislang liegen keine Hinweise auf einen möglichen Hintergrund für die Tat vor. Die Ermittlungen werden mit Hochdruck und in alle Richtungen geführt."

Mutmaßlicher Täter war der Polizei bekannt

Der mutmaßliche Täter von Münster war der Polizei bereits wegen kleinerer Delikte bekannt. Es habe drei Verfahren in Münster gegeben und eines in Arnsberg, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin von Münster, Elke Adomeit, am Sonntag. Die Verfahren stammten aus den Jahren 2015 und 2016 und seien alle eingestellt worden. Es ging damals um eine Bedrohung, Sachbeschädigung, eine Verkehrsunfallflucht und Betrug. Man müsse den Sachverhalt der Verfahren noch aufklären. "Aber auf den ersten Blick haben wir hier keine Anhaltspunkte auf eine stärkere kriminelle Intensität, die wir bei dem Täter feststellen konnten", sagte Adomeit. Es gebe weiterhin keine Hinweise auf einen politisch motivierten Hintergrund oder weitere Täter.

Waffen im Tatfahrzeug und in der Wohnung

Im Campingbus, dem Tatfahrzeug, fanden die Sicherheitskräfte neben der Pistole, mit der sich der Mann das Leben nahm, eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend sogenannter Polenböller. Auch seine etwa zwei Kilometer von der Innenstadt entfernte Wohnung wurde durchsucht. Dort fand die Polizei unter anderem weitere Polenböller und eine Dekowaffe (unbrauchbar gemachte Maschinenpistole TYP AK 47). Die Polizei hatte die Wohnungstür mit Sprengstoff geöffnet.

Opfer sind eine Frau (51) und ein Mann (65)

Den Tathergang beschreibt die Polizei in einer Pressemitteilung so:

"Am Samstag, 07.04.18, fuhr um 15:27 Uhr ein silbergrauer Campingbus im Zentrum von Münster in eine Gruppe von Menschen, die sich im Außenbereich einer Gaststätte aufhielt. Dabei wurden zwei Personen getötet und mehr als 20 zum Teil schwer bis hin zur akuten Lebensgefahr verletzt. Ums Leben gekommen sind bei dieser Tat eine 51-jährige Frau aus dem Kreis Lüneburg und ein 65-jähriger Mann aus dem Kreis Borken. Unmittelbar im Anschluss an die Tat richtete sich der Täter mit einer Schusswaffe selbst."

REUTERS/Wolfgang Rattay
Vor dem Restaurant am SonntagREUTERS/Wolfgang Rattay

Selbstmordversuch vor der Tat

Laut mehreren Medien hat Jens R. bereits zuvor versucht, sich das Leben zu nehmen.

SPIEGEL ONLINE schreibt, er sei Industriedesigner gewesen, habe in der vergangenen Zeit aber immer weniger gearbeitet. Er soll eine Zeit lang in Ostdeutschland gelebt haben, dann aber nach Münster zurückgekehrt sein.

Laut FAZ.NET kommt der Tatverdächtige aus Olsberg im Sauerland und ist am 1. Mai 1969 geboren.

Viele in Münster waren von dem Geschehen in der Altstadt am Samstag schockiert.

Laut Polizei wird allein die Analyse der Spuren am Tatort lange Zeit in Anspruch nehmen.

Für Zeugen, die dem Bundeskriminalamt Hinweise geben und Videomaterial weiterreichen können, gibt es ein Internetportal.