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20 Jahre Karfreitagsabkommen: Wie stabil ist der nordirische Frieden?

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20 Jahre Karfreitagsabkommen: Wie stabil ist der nordirische Frieden?

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Das Karfreitagsabkommen in Nordirland jährt sich am 10. April zum zwanzigsten Mal. Es beendete drei Jahrzehnte des blutigen Konflikts in der Region, in dem rund 3600 Menschen getötet wurden.

Historisch: Das Karfreitagsabkommen

Unter Vermittlung des US-Senators George Mitchell und dem damaligen britischen Premierminister Tony Blair gelang es, die miteinander verfeindeten Parteien an den Verhandlungstisch zu bringen.

Nach zähen Gesprächen verständigten sich die Regierungen Irlands, Großbritanniens und die nordirischen Parteien auf das Abkommen. Darin wurde unter anderem die Selbstverwaltung der Region festgelegt, eine Bereitschaft zur Entwaffnung aller paramilitärischen Organisationen und auch eine Zusammenarbeit der irischen und nordirischen Behörden.

Die nordirische Bevölkerung befürwortete in einer Volksabstimmung mit 71 Prozent den Vertrag. Seitdem ist es ruhiger geworden in Nordirland, doch die Gesellschaft bleibt gespalten.

Nordirische Bevölkerung: Nebeneinander, aber nicht miteinander

Protestantisch-britische Unionisten und Katholisch-irische Nationalisten und leben Seite an Seite - nebeneinander, aber nicht miteinander. Wohngebiete und Schulsysteme sind überwiegend getrennt. Von der Entwicklung einer gemeinsamen nordirischen Identität ist man weit entfernt.

Durch den bevorstehenden Brexit, so fürchten viele, könnten alte Wunden wieder aufreißen. Nach Großbritanniens Austritt aus der EU wird die de facto nicht mehr existierende Grenze zwischen Irland und Nordirland zur EU-Außengrenze.

Zum anderen ist die britische Regierung auf die Zustimmung der nordirisch-protestantischen DUP Demokratisch-Unionistische Partei angewiesen, jener nordirischen Partei, die das Karfreitagsabkommen abgelehnt hatte. Die Vermittler-Rolle der britischen Regierung ist damit hinfällig.